Mit dem eLI – dem easycompliance Länderrisiko-Indikator stellen wir seit Ende Juli 2026 einen öffentlich einsehbaren Indikator für das Sanktions- und Compliance-Risiko von über 200 Ländern bereit. Er ist frei zugänglich, benötigt keine Registrierung und wird jede Nacht neu berechnet – aus denselben amtlichen Rohdaten, mit denen easycompliance täglich Millionen Compliance-Prüfungen durchführt.
Was der eLI misst
Der eLI verdichtet fünf Komponenten zu einem Score von 0 bis 100 je Land und ordnet ihn fünf Risikoklassen zu – von „sehr niedrig" (0–9) bis „sehr hoch" (70–100):
- Sanktionsintensität (40 %) – aktive Listeneinträge mit Bezug zum Land, über Staatsangehörigkeit, Sitz oder Sanktionsprogramm. Quellen: EU-Sanktionslisten (CFSP), US-Listen (u. a. OFAC SDN und Entity List) und die HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis.
- Sanktionsprogramme und Embargos (15 %) – Programm-Kennungen der Quelllisten plus Zuschlag bei bestehendem EU-Länderembargo.
- Sanktionsdynamik (10 %) – Verordnungen und Verordnungsänderungen der letzten zwölf Monate. Sie zeigt, wo sich die Lage aktuell bewegt, nicht nur wo sie historisch hoch ist.
- Amtliche Einstufungen (25 %) – FATF-Schwarze und -Graue Liste sowie die EU-Liste der Hochrisiko-Drittländer nach Delegierter Verordnung (EU) 2016/1675.
- PEP-Dichte (10 %) – Datensätze politisch exponierter Personen aus unserer Datenbank mit über 1.300.000 Einträgen, logarithmisch skaliert und bewusst gering gewichtet.
Korruptionsindex CPI als Zusatzkennzahl
Zu jedem Land weisen wir zusätzlich den Corruption Perceptions Index (CPI) von Transparency International aus – den weltweit bekanntesten Korruptionsindikator. Er erscheint in den Länderdetails, in den Kennzahlen der Weltkarte und als eigene Spalte in der Ländertabelle. Die Skala reicht von 0 bis 100, wobei ein höherer Wert weniger wahrgenommene Korruption bedeutet – die Leserichtung ist damit genau umgekehrt zum eLI-Score.
Warum der CPI nicht in den eLI-Score einfließt
Das ist eine bewusste methodische Entscheidung:
- Der eLI misst Rechtslage, der CPI Wahrnehmung. Alle fünf eLI-Komponenten stammen aus amtlichen Rechtsquellen mit unmittelbaren Rechtsfolgen – an Sanktionslisten, Embargos und die FATF-/EU-Einstufungen knüpfen konkrete Prüf- und Sorgfaltspflichten an. Der CPI aggregiert dagegen Experten- und Managerbefragungen zur Korruption im öffentlichen Sektor: methodisch anerkannt, aber keine Rechtsquelle. Aus einem CPI-Wert folgt keine Prüfpflicht.
- Die Risikoklassen sollen Rechtsfolgen spiegeln. Ein Land kann als korrupt wahrgenommen werden, ohne dass gegen Geschäfte dorthin eine einzige Sanktion besteht – und umgekehrt. Flösse der CPI ein, stiegen Länder ohne jedes Sanktionsrisiko in hohe Klassen und der eLI verlöre seine Kernaussage.
- Geldwäscherisiko ist bereits amtlich abgedeckt. FATF-Listen und EU-Hochrisikoliste stecken mit 25 % Gewicht im eLI – und genau an diese Quellen knüpfen die verstärkten Sorgfaltspflichten des Geldwäschegesetzes an, nicht an private Indizes.
Für die Gesamtbewertung eines Geschäftspartners oder Markts – etwa in der Antikorruptions-Compliance, der Lieferkettensorgfalt oder der internen Risikoanalyse – ist das Korruptionsumfeld eines Landes trotzdem eine wertvolle Zusatzinformation. Deshalb zeigen wir den CPI getrennt und klar gekennzeichnet: als eigene Kennzahl neben dem eLI, nie verrechnet. Quelle ist der Corruption Perceptions Index von Transparency International, lizenziert unter CC BY 4.0; die Werte übernehmen wir unverändert und aktualisieren sie jährlich nach der Veröffentlichung.
Der Risiko-Check: in 2 Minuten zur konkreten Einschätzung
Der Indikator bleibt nicht abstrakt. Der integrierte Risiko-Check übersetzt ihn in neun Fragen in eine Einschätzung für Ihr Unternehmen: Branche, Exportreichweite, Ziel- und Beschaffungsländer, Partneranzahl, AEO-Status, GwG-Bezug und bisherige Prüfpraxis. Die Zielländer-Frage ist direkt mit dem eLI verdrahtet – jedes gewählte Land bringt seine tagesaktuelle Risikoklasse mit ein.
Das Ergebnis nennt Ihren Risiko-Score, eine Gesamteinschätzung im Klartext, die für Sie relevanten Listen und eine Tarif-Orientierung. Auf Wunsch erhalten Sie die vollständige Auswertung als PDF zum Download oder per E-Mail. Der Check ist kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Erhebung persönlicher Daten nutzbar – eine E-Mail-Adresse brauchen Sie nur, wenn Sie den Report zusätzlich zugeschickt haben möchten.
Interaktive Weltkarte und vollständige Ländertabelle
Auf der eLI-Seite finden Sie die Weltkarte mit farbcodierten Risikoklassen: Mouseover zeigt die Kennzahlen eines Landes, ein Klick öffnet die vollständigen Länderdetails, und über die Zoomstufen navigieren Sie in einzelne Regionen. Darunter listet die durchsuchbare und sortierbare Tabelle alle Länder mit sämtlichen Kennzahlen – eLI-Score, Risikoklasse, Listeneinträge, Programme, FATF-Einstufung, EU-Hochrisiko, EU-Embargo, PEP-Datensätze und CPI. Die Methodik-Sektion legt jede Komponente und jede Quelle offen.
Was der eLI nicht ist
Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung, ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern gegen Sanktionslisten und trifft keine Aussage über einzelne Personen oder Unternehmen eines Landes. Die Prüfpflichten aus den EU-Verordnungen (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002 gelten unmittelbar und unabhängig vom Länderrisiko für jedes Geschäft.
Innovation ist bei uns Programm!
Nach unserer Markterhebung (Stand: Juli 2026) stellt kein anderer deutscher Compliance-Anbieter einen vergleichbaren, öffentlich und ohne Registrierung einsehbaren Länderrisiko-Indikator bereit. Mit dem eLI unterstreichen wir unsere Freude zur Innovation und machen deutlich, dass Compliance nicht nur abstrakt und statisch sein muss! Wir freuen uns über Ihr Feedback – schauen Sie selbst.