Brasilien: Sanktionen und Länderrisiko
Für Brasilien weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 13 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „niedrig“, Rang 84 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 65 aktive Sanktionslisten-Einträge. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 10 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Brasilien müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 84 von 250 Ländern · Stand 07.11.2026
Sanktionslage mit Bezug zu Brasilien
Mit Bezug zu Brasilien stehen 65 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 38 Personen und 27 Organisationen. Kein Sanktionsprogramm richtet sich ausdrücklich gegen Brasilien; die Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zur Terrorismusbekämpfung, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. In den letzten 12 Monaten kamen 10 Einträge hinzu. Unsere PEP-Datenbank enthält 22.741 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Brasilien.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Brasilien laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 2.224 PEP-Datensätze mit Bezug zu Brasilien neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen
Sanktionsprogramme mit Bezug zu Brasilien
Mit Bezug zu Brasilien stehen 65 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 38 Personen und 27 Organisationen (EU 0, USA 32, HADDEX 33). Kein Programm richtet sich ausdrücklich gegen Brasilien; die Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zur Terrorismusbekämpfung. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu Brasilien
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
SDGT | Specially Designated Global TerroristDie USA haben dieses Programm zur Terrorismusbekämpfung erlassen. Es wird vom Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums und vom US-Außenministerium umgesetzt. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die Terroranschläge verübt haben oder bei denen ein erhebliches Risiko dafür besteht, sowie gegen deren Unterstützer. | USA | 26 | 9 |
ILLICIT-DRUGS-EO14059 | Executive Order 14059 - Imposing Sanctions on Foreign Persons Involved in the Global Illicit Drug TradeDie Executive Order 14059 wurde vom US-Präsidenten erlassen. Sie ermöglicht Sanktionen gegen ausländische Personen, die am weltweiten illegalen Drogenhandel beteiligt sind. Umgesetzt wird sie vom Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums. | USA | 7 | 6 |
FTO | Foreign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597Die Foreign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597, sind Teil der Sanktionen gegen Terrorismus, die das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums verwaltet. Sie richten sich gegen ausländische Organisationen, die von den USA als terroristisch eingestuft wurden. | USA | 3 | 2 |
ENT | US-Entity ListDas Bureau of Industry and Security (BIS) des US-Handelsministeriums führt die Entity List. Sie nennt ausländische Unternehmen, Organisationen und Personen, für deren Belieferung mit bestimmten Gütern nach den Export Administration Regulations zusätzliche Genehmigungspflichten gelten. | USA | 2 | 0 |
TCO | Transnational Criminal Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 590; Executive Order 13581US-Sanktionsprogramm, das das OFAC auf Grundlage der Executive Order 13581 und der Verordnung 31 C.F.R. part 590 umsetzt. Es richtet sich gegen grenzüberschreitend tätige kriminelle Organisationen sowie gegen Personen und Organisationen, die sie unterstützen. | USA | 2 | 0 |
DPRK | North Korea Sanctions Regulations (E.O.13551)US-Sanktionen gegen Nordkorea nach den North Korea Sanctions Regulations auf Grundlage der Executive Order 13551, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich u. a. gegen Personen, die am Waffenhandel, am Handel mit Luxusgütern oder an illegalen Wirtschaftsaktivitäten Nordkoreas beteiligt sind. | USA | 1 | 0 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (UK Sanctions List)Sanktionsliste des Vereinigten Königreichs (UK Sanctions List) nach dem Sanctions and Anti-Money Laundering Act 2018; früher als Konsolidierte Liste von HM Treasury (OFSI) geführt. | Vereinigtes Königreich | 1 | 1 |
SDNTK | Specially Designated Narcotics Traffickers (Kingpin Act)Das Programm wird vom OFAC des US-Finanzministeriums auf Grundlage des Foreign Narcotics Kingpin Designation Act (Kingpin Act) verwaltet. Es richtet sich weltweit gegen bedeutende ausländische Drogenhändler sowie gegen Personen und Organisationen, die ihnen helfen oder mit ihnen verbunden sind. | USA | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu Brasilien
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 26.08.2026 | USSDN - SDGT | Person | R*** A******** |
| 26.08.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | M**** B**** |
| 01.07.2026 | USSDN - SDGT, ILLICIT-DRUGS-EO14059 | Organisation | W*** C********** I*********** L*** |
| 01.07.2026 | USSDN - SDGT, ILLICIT-DRUGS-EO14059 | Organisation | P****** S******* D* P********* L*** |
| 01.07.2026 | USSDN - SDGT, ILLICIT-DRUGS-EO14059 | Organisation | V****** T****** I************ D* N******* C******** E* T********* L*** |
| 01.07.2026 | USSDN - SDGT, ILLICIT-DRUGS-EO14059 | Person | S***** S******* N**** H******* D* O******* |
| 01.07.2026 | USSDN - SDGT, ILLICIT-DRUGS-EO14059 | Person | V***** H******* D* O******* S****** |
| 05.06.2026 | USSDN - FTO, SDGT | Organisation | C****** V******* |
| 05.06.2026 | USSDN - FTO, SDGT, ILLICIT-DRUGS-EO14059 | Organisation | P******* C****** D* C****** |
| 24.02.2026 | UKHMT | Organisation | B********* E***** T****** L*** |
| 20.02.2025 | USSDN - FTO, SDGT, TCO | Organisation | T*** D* A***** |
| 13.01.2025 | USSDN - SDGT | Person | C*** D***** A***** F******* |
| 27.11.2024 | USSDN - SDGT | Person | G**** H**** |
| 14.03.2024 | USSDN - ILLICIT-DRUGS-EO14059 | Person | D**** M***** G******** D* C**** |
| 25.09.2023 | USSDN - SDGT | Person | B**** M***** W**** |
| 31.07.2023 | USSDN - SDGT | Person | A**** A******** |
| 01.11.2022 | USSDN - SDGT | Person | O**** A********* A****** B*** |
| 22.12.2021 | USSDN - SDGT | Organisation | H*** E******* C******* D* M***** E***** |
| 22.12.2021 | USSDN - SDGT | Organisation | E********* C******* D* M***** E* I************ D* N******* E***** |
| 22.12.2021 | USSDN - SDGT | Person | M****** S***** M****** M****** A**** |
| 22.12.2021 | USSDN - SDGT | Person | H****** A**** S***** A**** A********** |
| 19.10.2020 | USSDN - SDGT | Person | A**** L***** T**** |
| 17.08.2020 | USENT | Organisation | H***** C**** B***** |
| 10.09.2019 | USSDN - SDGT | Person | M****** A**** E****** A**** I****** |
| 19.08.2019 | USENT | Organisation | H***** d* B***** T*************** L*** |
Neueste PEP-Einträge mit Bezug zu Brasilien
Nur Funktionsbereich, ohne Angehörige und nahestehende Personen.
| Neu/geändert | Funktionsbereich | Name |
|---|---|---|
| 05.11.2026 | Parlament & Parteien | Z* F******* |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 12 Einträge mit Bezug zu Brasilien neu auf die Listen, davon 10 in den letzten 12 Monaten.
Embargo: Was für Brasilien gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Brasilien kein länderbezogenes Embargo. Personenbezogene Sanktionen gelten trotzdem: 65 Personen und Organisationen mit Bezug zu Brasilien stehen auf den Sanktionslisten. Geschäftspartner mit Bezug zu Brasilien müssen deshalb ebenso geprüft werden.
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu Brasilien stehen derzeit 27 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: nicht gelistet
Die FATF führt Brasilien derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 02.11.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: nein
Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Brasilien nicht.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 35 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Brasilien 35 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zu Brasilien
Unsere PEP-Datenbank enthält 22.741 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Brasilien, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 2.224 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Die neuesten Einträge stehen maskiert und nur mit Funktionsbereich unter Listungen & Daten.
Was Unternehmen bei Bezug zu Brasilien tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Brasilien täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
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So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 13 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Brasilien
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Georgien 13 Griechenland 13 Kirgisistan 13 Kasachstan 13 Liberia 13
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.