Länderrisiko · Irak

Irak: Sanktionen und Länderrisiko

Für Irak weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 62 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „hoch“, Rang 10 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 1.240 aktive Sanktionslisten-Einträge, ein EU-Waffen- und Wirtschaftsembargo und die Graue Liste der FATF. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 71 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Irak müssen deshalb laufend geprüft werden.

Tobias Siemssen, LL.M. CEO, Siemssen Consulting GmbH Ich bin Jurist, Steuerberater, Systementwickler, Unternehmer und Investor. Ich habe easycompliance entwickelt und verbinde juristische Expertise praxisnah mit über 15 Jahren Compliance-Erfahrung, neuester Technologie und internationalem Blick. LinkedIn XING E-Mail Telefon KI-Transparenz So entstehen unsere Länderseiten Die Länderinformationen werden mit Hilfe von KI aggregiert – aus den Sanktions- und PEP-Daten von easycompliance sowie aus öffentlichen und privaten Quellen wie EUR-Lex, BAFA, FATF und Reguvis. Rechtsangaben in KI-Texten werden automatisch mit diesen Quellen abgeglichen; die Redaktion kann jeden Text korrigieren. Wie wir KI nutzen Zuletzt aktualisiert:

hoch

Rang 10 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026

1.240Listeneinträge
3Länderprogramme
71neue Listungen 12 M.
3.634PEP-Datensätze

Sanktionslage mit Bezug zu Irak

Für Geschäfte mit Irak-Bezug gilt in der EU die Verordnung (EG) 1210/2003. Sie regelt bestimmte Beschränkungen der Wirtschafts- und Finanzbeziehungen zu Irak und sieht unter anderem vor, dass Gelder und wirtschaftliche Ressourcen der früheren irakischen Regierung sowie gelisteter Personen und Organisationen eingefroren werden. Das BAFA ordnet Irak als Land mit Waffen- und Wirtschaftsembargo ein; die Maßnahmen umfassen ein Waffenembargo, die Einstufung als Dual-Use-Embargoland, Einfuhrbeschränkungen, Finanzsanktionen und ein Erfüllungsverbot. In den USA verwaltet das OFAC das aktive Programm „Iraq-Related Sanctions“, dessen Listungen unter den Programmcodes IRAQ2 und IRAQ3 geführt werden. Die FATF führt Irak auf der grauen Liste, eine Einstufung als EU-Drittland mit hohem Geldwäscherisiko besteht dagegen nicht. Unternehmen sollten daher Geschäftspartner, wirtschaftlich Berechtigte und Zahlungsempfänger gegen die Sanktionslisten der EU und der USA prüfen, Genehmigungspflichten für Ausfuhren beim BAFA klären und Transaktionen mit erhöhter Sorgfalt überwachen.

Mit Bezug zu Irak stehen 1.240 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 1.048 Personen und 192 Organisationen. 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Irak (IRAQ2, IRAQ3, IRQ); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 71 Einträge hinzu; die Maßnahmen wurden 2-mal durch Verordnungen oder Verordnungsänderungen angepasst. Unsere PEP-Datenbank enthält 3.634 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Irak.

Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · ofac.treasury.gov.

Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Irak laufend geprüft werden müssen

71neue Listungen mit Bezug zu Irak in 12 Monaten
1neue Listungen pro Woche im Schnitt
23.10.2026letzte Änderung: EU-Rechtsakt (EU) 2026/2388

Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.

  • Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
  • Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
  • Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
  • Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.

PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend

Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 541 PEP-Datensätze mit Bezug zu Irak neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.

So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen

Sanktionsprogramme mit Bezug zu Irak

Mit Bezug zu Irak stehen 1.240 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 1.048 Personen und 192 Organisationen (EU 104, USA 317, HADDEX 819). 3 Programme richten sich ausdrücklich gegen Irak, darunter IRAQ2, IRAQ3, IRQ; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.

Listungen und Daten im Detail

Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.

Alle Programme mit Bezug zu Irak

CodeProgrammHerausgeberEinträgeNeu
(12 M.)
IRAQ2 LänderprogrammIraq Sanctions IIUSA1140
IRQ LänderprogrammEU-IrakEU740
IRAQ3 LänderprogrammIraq Sanctions IIIUSA130
SDGTSpecially Designated Global TerroristUSA16231
HMTUK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury)Vereinigtes Königreich1106
AUSAU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade)Australien978
UNSUN-United Nations Security Council Consolidated ListVereinte Nationen975
SECCH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs)Schweiz962
IFSRIranian Financial Sanctions Regulations, 31 CFR part 561Die USA haben die Iranian Financial Sanctions Regulations (31 CFR part 561) erlassen. Sie richten sich gegen ausländische Finanzinstitute, die bestimmte Transaktionen oder Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit Iran erleichtern.USA350
TALEU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden)EU282
IRGCIslamic Revolutionary Guard CorpsUSA160
DPLUS-Denied Persons ListDie Denied Persons List wird vom Bureau of Industry and Security (BIS) im US-Handelsministerium geführt. Sie erfasst Personen und Unternehmen, denen die Exportberechtigung entzogen wurde. Geschäfte mit ihnen über Güter, die dem US-Exportrecht unterliegen, sind untersagt.USA1313
FTOForeign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597USA91
GLOMAGGlobal Magnitsky Sanctions EO 13818USA90
IRAN-EO13902Imposing Sanctions With Respect to Additional Sectors of IranExecutive Order 13902 der USA, die OFAC im Rahmen der Iran-Sanktionen verwaltet. Sie erlaubt Sanktionen in Bezug auf weitere Sektoren der iranischen Wirtschaft.USA74
ENTUS-Entity ListUSA30
IRANIran Sanctions; Iranian Transactions and Sanctions Regulations - ITSR (E.O.13599)Dies ist ein US-Sanktionsprogramm gegen Iran. Es beruht auf den vom OFAC verwalteten Iranian Transactions and Sanctions Regulations (ITSR) und auf der Executive Order 13599, die Vermögen der iranischen Regierung und iranischer Finanzinstitute sperrt.USA20
BELARUS-EO14038Executive Order 14038Die USA haben das Programm mit der Executive Order 14038 erlassen, die Verwaltung liegt beim OFAC. Es weitet die Sanktionen in Bezug auf Belarus aus und richtet sich gegen Personen und Organisationen, die die belarussische Regierung unterstützen oder in bestimmten Wirtschaftssektoren des Landes tätig sind.USA10
IRAN-CON-ARMS-EOBlocking Property of Certain Persons with respect to the conventional arms acitivities of IranUSA11
IRAN-EO13876Imposing Sanctions With Respect to Iran (E.O.13876)Executive Order 13876 der USA mit dem Titel „Imposing Sanctions with Respect to Iran“, die OFAC im Rahmen der Iran-Sanktionen verwaltet. Sie richtet sich gegen Iran.USA10
TCOTransnational Criminal Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 590; Executive Order 13581USA10

Neueste Listungen mit Bezug zu Irak

DatumListe / ProgrammTypName
15.10.2026USSDN - IRAN-EO13902OrganisationI************ D********** B*** F** I********* A** F******
10.09.2026USSDN - SDGTPersonK******* N**** M******* A* A****
10.09.2026USSDN - SDGTOrganisationA** A* I*** F** P********* S****** T********* A** A***** V****** A** C************* S******** C****** L**
10.09.2026USSDN - SDGTOrganisationA* B**** F** G****** C********** C******
10.09.2026USSDN - SDGTPersonA******* N***** L***** A* A****
10.09.2026USSDN - SDGTPersonA**** J**** K***** A*********
10.09.2026USSDN - IRAN-EO13902PersonA********* A** A**** N***** A***********
10.09.2026USSDN - IRAN-EO13902PersonM**** A** A**** N***** A***********
10.09.2026USSDN - SDGTPersonA** H**** F***** A******
10.09.2026USSDN - SDGTPersonK***** M******* Q**** A***********
10.09.2026USSDN - SDGTPersonM****** A**** F***** A** A**********
10.09.2026USSDN - SDGTPersonH****** A**** H****** A************
24.08.2026USSDN - SDGT, IRAN-CON-ARMS-EOOrganisationD******** S****** S*****
05.08.2026USSDN - SDGTPersonB****** A********** A**** A**********
24.07.2026USSDN - SDGTPersonA****** I**** A**** A*********
24.07.2026USSDN - SDGTPersonZ*** I**** A**** A*********
08.07.2026UNSCSL - Al-QaidaPersonS***** M*********** I*******
08.07.2026UNSCSL - Al-QaidaPersonM***** A** M*** A******* A********
25.06.2026USSDN - SDGTOrganisationG***** R***** F********** I***
18.06.2026USSDN - SDGTOrganisationA* S**** A************* S******* L******
18.06.2026USSDN - SDGTPersonW*** C*********
07.05.2026USSDN - SDGTPersonA**** K****** M***** M*****
07.05.2026USSDN - SDGTPersonM******* I*** K***** A* S*******
07.05.2026USSDN - IRAN-EO13902PersonA** M***** A*********
07.05.2026USSDN - SDGTOrganisationI*** I************ E***** F** T** I***** A** S*** F** P******** P******* L******

Neueste PEP-Einträge mit Bezug zu Irak

Nur Funktionsbereich, ohne Angehörige und nahestehende Personen.

Neu/geändertFunktionsbereichName
22.10.2026Regierung & VerwaltungQ****** G**** M*****
22.10.2026Regierung & VerwaltungR**** M******* A******* H*****
17.09.2026Parlament & ParteienS**** L**** A******* A****
17.09.2026Parlament & ParteienJ**** B****** M****** Z*****
17.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA** A********** H***** A* A****
17.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankI*** S**** I****** A****
17.09.2026Parlament & ParteienM******* A** H****** H**** A**
17.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankA*** J**** A**** R****
17.09.2026Parlament & ParteienA**** M******* H****** Q**** H*****
17.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankA**** S*** M****** T****
17.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankN**** N***** H******
17.09.2026Parlament & ParteienN***** H****** H***

Verordnungen der letzten 12 Monate

ProgrammRechtsaktGeändertVeröffentlicht
IRQ(EU) 2026/2388Anhang IV23.10.2026
IRQ(EU) 2025/2656Anhang IV23.12.2025

Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen

In den letzten 24 Monaten kamen 145 Einträge mit Bezug zu Irak neu auf die Listen, davon 71 in den letzten 12 Monaten. Zu Programmen, die sich ausdrücklich gegen Irak richten, gab es in den letzten 12 Monaten 2 Verordnungen bzw. Verordnungsänderungen.

0102030Nov 2024: 0 neue ListungenDez 2024: 7 neue ListungenJan 2025: 0 neue ListungenJan 25Feb 2025: 0 neue ListungenMär 2025: 6 neue ListungenApr 2025: 3 neue ListungenApr 25Mai 2025: 1 neue ListungJun 2025: 23 neue ListungenJul 2025: 11 neue ListungenJul 25Aug 2025: 4 neue ListungenSep 2025: 5 neue ListungenOkt 2025: 27 neue ListungenOkt 25Nov 2025: 1 neue ListungDez 2025: 0 neue ListungenJan 2026: 3 neue ListungenJan 26Feb 2026: 6 neue ListungenMär 2026: 8 neue ListungenApr 2026: 10 neue ListungenApr 26Mai 2026: 9 neue ListungenJun 2026: 3 neue ListungenJul 2026: 4 neue ListungenJul 26Aug 2026: 2 neue ListungenSep 2026: 11 neue ListungenOkt 2026: 1 neue ListungOkt 26

Embargo: Was für Irak gilt

Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Irak ein Waffen- und Wirtschaftsembargo. Es umfasst: Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, Einfuhrbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Im eLI zählt es mit 30 Punkten zur Komponente „Sanktionsprogramme & Embargo“ (Waffenembargo 15, Wirtschaftsembargo 15 Punkte).

Embargo-Matrix Irak laut BAFA-Übersicht, Stand 15.06.2026
MaßnahmeVerordnung (EG) 1210/2003zuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2025/2656
Waffenembargo gilt
Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung gilt
Güter der internen Repressiongilt nicht
Ausfuhr- und Lieferbeschränkungengilt nicht
Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen gilt
Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfengilt nicht
Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) gilt
Erfüllungsverbot gilt
Sonstiges gilt
Fundstellen: Verordnung (EG) 1210/2003
Waffenembargo
  • §§ 74ff. AWV in Bezug auf Güter des Teil I Abschnitt A der Ausfuhrliste
Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen
  • Beschränkungen für Kulturgüter Art. 3 i.V.m. Anhang II
Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
  • Bereitstellungsverbote gemäß Art. 4 Abs. 2 (nur) gegenüber den in Anhang IV genannten Personen.
  • Demgegenüber enthält Art. 4 Abs. 1 mit Anhang III staatliche Organe, Einrichtungen und Organisationen, deren Auslandsvermögen zum 22.05.2003 eingefroren wurde.
Erfüllungsverbot
  • Art. 2 Verordnung (EWG) 3541/92
Sonstiges
  • Zusammenarbeit mit Behörden Art. 7, 8
  • Immunität vor u.a. Pfandrechten Art. 10

Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.

Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Irak prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel

192gelistete Organisationen mit Bezug zu Irak
> 50 %Eigentum – Schwelle der EU
≥ 50 %OFAC 50 Percent Rule (USA)

Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.

Mit Bezug zu Irak stehen derzeit 192 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei einem Länderrisiko der Klasse „hoch“ lohnt sich der Blick auf die Eigentümerstruktur von Geschäftspartnern besonders.

Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.

SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel

FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex

FATF-Einstufung: Graue Liste

Die FATF führt Irak auf ihrer Grauen Liste („Jurisdictions under Increased Monitoring“): Strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden unter verstärkter Beobachtung abgearbeitet. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.

EU-Hochrisiko-Drittland: nein

Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Irak nicht.

Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 28 von 100

Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Irak 28 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.

PEP-Daten mit Bezug zu Irak

Unsere PEP-Datenbank enthält 3.634 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Irak, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 541 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Die neuesten Einträge stehen maskiert und nur mit Funktionsbereich unter Listungen & Daten.

Was Unternehmen bei Bezug zu Irak tun sollten

  • Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Irak täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
    Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen
  • 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
    Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern
  • Güter und Endverwendung klären. Das Waffen- und Wirtschaftsembargo betrifft bestimmte Güter, Dienstleistungen und Zahlungen. Vor Lieferungen Güterlisten, Genehmigungspflichten und das Bereitstellungsverbot prüfen.
    Das Bereitstellungsverbot
  • US-Listen einbeziehen. 317 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
    Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen
  • Verstärkte Sorgfaltspflichten. Für GwG-Verpflichtete gelten bei Bezug zu Irak verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 GwG). Dazu gehört die Prüfung auf politisch exponierte Personen.
    PEP-Prüfung · PEP-Angebot anfordern
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So setzt sich der eLI-Score zusammen

Der Score von 62 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.

Sanktionsintensität · 40 %
56 /100 · 22,3 P.
Sanktionsprogramme & Embargo · 15 %
100 /100 · 15,0 P.
Sanktionsdynamik (12 Monate) · 10 %
40 /100 · 4,0 P.
Amtliche Einstufungen (FATF / EU) · 25 %
55 /100 · 13,8 P.
PEP-Dichte · 10 %
66 /100 · 6,6 P.

Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Irak

Ja. Mit Bezug zu Irak stehen 1.240 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 1.048 Personen und 192 Organisationen (Stand 27.10.2026). 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Irak, darunter IRAQ2, IRAQ3, IRQ. Zusätzlich besteht ein EU-Waffen- und Wirtschaftsembargo (Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, Einfuhrbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges). Die Pflicht, Geschäftspartner zu prüfen, folgt aus den EU-Verordnungen (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002 sowie den länderbezogenen EU-Verordnungen.

Weil sich die Listen laufend ändern: In den letzten 12 Monaten kamen 71 Einträge mit Bezug zu Irak neu hinzu, zuletzt angepasst wurden die Maßnahmen durch den EU-Rechtsakt (EU) 2026/2388 vom 23.10.2026. Neue Listungen gelten in der Regel ab dem Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU – ohne Übergangsfrist und auch für bestehende Geschäftsbeziehungen. Wer einem inzwischen gelisteten Partner weiter Gelder oder Waren bereitstellt, verstößt gegen das Bereitstellungsverbot und macht sich nach § 18 AWG strafbar. Deshalb sollten Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende täglich gegen die aktuellen Listen geprüft werden.

Die FATF führt Irak auf ihrer Grauen Liste („Jurisdictions under Increased Monitoring“): Strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden unter verstärkter Beobachtung abgearbeitet. Die Einstufung fließt mit 55 Punkten in die Komponente „Amtliche Einstufungen“ des eLI ein (Gewicht 25 %). Die FATF aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober.

Nein. Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Irak nicht. Es gelten die allgemeinen Sorgfaltspflichten nach § 10 GwG; die eigene Risikoanalyse nach § 5 GwG kann im Einzelfall dennoch ein erhöhtes Risiko ergeben.

Für Verpflichtete nach § 2 GwG ja: Sie müssen klären, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte PEP sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG), und die Geschäftsbeziehung kontinuierlich überwachen (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status ändert sich laufend durch Wahlen und Ernennungen: In den letzten 90 Tagen kamen 541 PEP-Datensätze mit Bezug zu Irak neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Für Unternehmen, die nicht unter das Geldwäschegesetz fallen, besteht keine gesetzliche PEP-Prüfpflicht.

Ja. Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Irak ein EU-Waffen- und Wirtschaftsembargo; es umfasst Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, Einfuhrbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Rechtsgrundlage ist Verordnung (EG) 1210/2003, eine EU-Verordnung nach Art. 215 AEUV, die in allen Mitgliedstaaten unmittelbar gilt. Ob ein konkretes Geschäft betroffen ist, hängt von Gut, Empfänger und Verwendungszweck ab; die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Ja, unter Umständen. Nach den EU-Sanktionsverordnungen dürfen gelisteten Personen Gelder und wirtschaftliche Ressourcen auch nicht mittelbar bereitgestellt werden. Ein nicht gelistetes Unternehmen ist betroffen, wenn gelistete Personen mehr als 50 % der Anteile halten oder es im Einzelfall kontrollieren; nach der OFAC 50 Percent Rule genügen in den USA 50 % oder mehr. Mit Bezug zu Irak stehen derzeit 192 Organisationen auf den Sanktionslisten, deren Beteiligungen eine reine Namensprüfung nicht erkennt.

Länder mit ähnlichem Risikoprofil

Bulgarien 30 Bosnien und Herzegowina 26 Kuwait 26 Papua-Neuguinea 20 Belarus 63

Quellen

Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.

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