Länderrisiko · Libyen

Libyen: Sanktionen und Länderrisiko

Für Libyen weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 41 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „mittel“, Rang 18 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 466 aktive Sanktionslisten-Einträge und ein EU-Waffen- und Wirtschaftsembargo. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 7 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Libyen müssen deshalb laufend geprüft werden.

Tobias Siemssen, LL.M. CEO, Siemssen Consulting GmbH Ich bin Jurist, Steuerberater, Systementwickler, Unternehmer und Investor. Ich habe easycompliance entwickelt und verbinde juristische Expertise praxisnah mit über 15 Jahren Compliance-Erfahrung, neuester Technologie und internationalem Blick. LinkedIn XING E-Mail Telefon KI-Transparenz So entstehen unsere Länderseiten Die Länderinformationen werden mit Hilfe von KI aggregiert – aus den Sanktions- und PEP-Daten von easycompliance sowie aus öffentlichen und privaten Quellen wie EUR-Lex, BAFA, FATF und Reguvis. Rechtsangaben in KI-Texten werden automatisch mit diesen Quellen abgeglichen; die Redaktion kann jeden Text korrigieren. Wie wir KI nutzen Zuletzt aktualisiert:

Sanktionslage mit Bezug zu Libyen

Für Geschäfte mit Libyen-Bezug gelten die restriktiven Maßnahmen der EU nach Beschluss (GASP) 2015/1333 und Verordnung (EU) 2016/44 sowie die vom OFAC als aktiv geführten US-Programme Libya Sanctions und Libya Sanctions nach Executive Order 13726. Das BAFA ordnet Libyen als Waffen- und Wirtschaftsembargo ein, unter anderem mit Waffenembargo, Status als Dual-Use-Embargoland, Maßnahmen gegen interne Repression, Aus-, Einfuhr- und Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen und Erfüllungsverbot. Unternehmen müssen daher Geschäftspartner und wirtschaftlich Berechtigte gegen die EU- und US-Sanktionslisten prüfen, gelisteten Personen und Organisationen weder direkt noch indirekt Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen bereitstellen und Lieferungen sowie Dienstleistungen vorab auf Verbote und Genehmigungspflichten prüfen. Bei Transaktionen mit US-Bezug sind zusätzlich die Sperrmaßnahmen des OFAC zu beachten. Libyen ist von der FATF nicht gelistet und kein EU-Hochrisikodrittland, wird bei easycompliance aber in Risikoklasse 3 geführt.

Mit Bezug zu Libyen stehen 466 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 323 Personen und 143 Organisationen. 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Libyen (LBY, LIBYA2, LIBYA3); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 7 Einträge hinzu; die Maßnahmen wurden 3-mal durch Verordnungen oder Verordnungsänderungen angepasst. Unsere PEP-Datenbank enthält 1.878 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Libyen.

Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · eur-lex.europa.eu · ofac.treasury.gov.

Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Libyen laufend geprüft werden müssen

7neue Listungen mit Bezug zu Libyen in 12 Monaten
alle 52 Tageeine neue Listung im Schnitt
07.08.2026letzte Änderung: EU-Rechtsakt (EU) 2026/1941

Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.

  • Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
  • Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
  • Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
  • Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.

PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend

Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 204 PEP-Datensätze mit Bezug zu Libyen neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.

So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen

Sanktionsprogramme mit Bezug zu Libyen

Mit Bezug zu Libyen stehen 466 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 323 Personen und 143 Organisationen (EU 69, USA 94, HADDEX 303). 3 Programme richten sich ausdrücklich gegen Libyen, darunter LBY, LIBYA2, LIBYA3; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.

Listungen und Daten im Detail

Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.

Alle Programme mit Bezug zu Libyen

CodeProgrammHerausgeberEinträgeNeu
(12 M.)
LBY LänderprogrammEU-LibyenDie Europäische Union hat dieses Programm mit der Verordnung (EU) 2016/44 erlassen. Es sieht restriktive Maßnahmen angesichts der Lage in Libyen vor, darunter das Einfrieren von Geldern gelisteter Personen und Organisationen.EU521
LIBYA3 LänderprogrammLibya Sanctions - Executive Order 13726Die USA haben dieses Programm mit der Executive Order 13726 erlassen, es gehört zum Libyen-Sanktionsprogramm des OFAC. Es richtet sich mit Vermögenssperren und Einreisebeschränkungen gegen Personen, die zur Lage in Libyen beitragen.USA500
LIBYA2 LänderprogrammLibya SanctionsDie USA haben dieses Programm erlassen, das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums verwaltet es. Auf Grundlage der Libyan Sanctions Regulations sperrt es Vermögen und Vermögensinteressen der libyschen Regierung und weiterer bestimmter Personen.USA180
AUSAU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade)Australien434
HMTUK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury)Vereinigtes Königreich360
SECCH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs)Schweiz360
UNSUN-United Nations Security Council Consolidated ListVereinte Nationen260
SDGTSpecially Designated Global TerroristUSA162
TALEU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden)EU120
DPLUS-Denied Persons ListDie Denied Persons List wird vom Bureau of Industry and Security (BIS) im US-Handelsministerium geführt. Sie erfasst Personen und Unternehmen, denen die Exportberechtigung entzogen wurde. Geschäfte mit ihnen über Güter, die dem US-Exportrecht unterliegen, sind untersagt.USA70
FTOForeign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597USA30
DPRK2North Korea Sanctions Regulations (E.O.13687)US-Sanktionen gegen Nordkorea nach den North Korea Sanctions Regulations auf Grundlage der Executive Order 13687, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich gegen Amtsträger, Behörden und sonstige Stellen der Regierung Nordkoreas und der Arbeiterpartei Koreas.USA20
GLOMAGGlobal Magnitsky Sanctions EO 13818USA20
NKOEU-Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea)Restriktive Maßnahmen des Rates der EU gegen die Demokratische Volksrepublik Korea. Sie setzen Maßnahmen der Vereinten Nationen um, ergänzen diese durch eigene EU-Maßnahmen und richten sich gegen die Nuklear- und ballistischen Raketenprogramme des Landes sowie gegen daran beteiligte Personen und Organisationen.EU20
HRVEU-Schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstößeDer Rat der EU hat diese globale Sanktionsregelung am 7. Dezember 2020 mit dem Beschluss (GASP) 2020/1999 geschaffen. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die weltweit für schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstöße verantwortlich sind.EU10
SYREU-SyrienEU10

Neueste Listungen mit Bezug zu Libyen

DatumListe / ProgrammTypName
30.07.2026EG-VO Nr.1941/2026-A05OrganisationA*** (*******
25.06.2026USSDN - SDGTPersonA********* E******* E*****
25.06.2026USSDN - SDGTPersonM***** M****** E*******
24.02.2026AUDFATPersonA*** H***** A* K***
24.02.2026AUDFATOrganisationA**** a* C***** i* L****
24.02.2026AUDFATOrganisationA**** A* C***** D****
24.02.2026AUDFATPersonI****** A** A** B*** T*******
17.10.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA*********** M******* A*********** A*******
17.10.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonF***** d* S********
08.10.2025UKHMTPersonI****** A** M******* A** B***
08.10.2025UNSCSL - Al-QaidaPersonI****** A** A** B*** T*******
13.09.2025AUDFATOrganisationI****** S**** i* L****
03.09.2025USSDN - LIBYA3OrganisationA****** L**
25.08.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPerson'*** a*******
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAOrganisationL***
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA** H**** a******
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA* (*********
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA*** F**** a* L***
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA*** O*** A* T******
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA*** Z******
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA*** A*****
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA******* a*******
03.06.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA** S****** M****** A**** S****
23.05.2025UKHMTPersonA*** F**** A* L***
08.04.2025AUDFATPersonS****** B** G****

Neueste PEP-Einträge mit Bezug zu Libyen

Nur Funktionsbereich, ohne Angehörige und nahestehende Personen.

Neu/geändertFunktionsbereichName
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA********* K***** A******* G****
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionM***** S******* M***
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA**** A******* B** S******
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankA** A*** A** O****
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA**** I******* O*** E*******
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA******** E******** K* E*****
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionO**** M****** A********
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankF***** M***** O*** B*****
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionO***** G* A** I******
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA**** A** E******
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA** A**** S**** K*****
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankA*** E****** S* K*****
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankF**** M***** A** A*******
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankR*** M****** S*** G*****
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionM****** M***** A** A******
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA** A******* E******* A********
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA**** M****** K* D******
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankW**** S**** K***** A******
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA********* M****** A*******
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankN*** M******* I*** B*******

Verordnungen der letzten 12 Monate

ProgrammRechtsaktGeändertVeröffentlicht
LBY(EU) 2026/1941Anhang V07.08.2026
LBYBANZ 20260730—30.07.2026
LBY(EU) 2026/1332Rechtsakt15.06.2026

Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen

In den letzten 24 Monaten kamen 27 Einträge mit Bezug zu Libyen neu auf die Listen, davon 7 in den letzten 12 Monaten. Zu Programmen, die sich ausdrücklich gegen Libyen richten, gab es in den letzten 12 Monaten 3 Verordnungen bzw. Verordnungsänderungen.

0510Nov 2024: 0 neue ListungenDez 2024: 0 neue ListungenJan 2025: 0 neue ListungenJan 25Feb 2025: 0 neue ListungenMär 2025: 2 neue ListungenApr 2025: 1 neue ListungApr 25Mai 2025: 1 neue ListungJun 2025: 9 neue ListungenJul 2025: 0 neue ListungenJul 25Aug 2025: 1 neue ListungSep 2025: 2 neue ListungenOkt 2025: 4 neue ListungenOkt 25Nov 2025: 0 neue ListungenDez 2025: 0 neue ListungenJan 2026: 0 neue ListungenJan 26Feb 2026: 4 neue ListungenMär 2026: 0 neue ListungenApr 2026: 0 neue ListungenApr 26Mai 2026: 0 neue ListungenJun 2026: 2 neue ListungenJul 2026: 1 neue ListungJul 26Aug 2026: 0 neue ListungenSep 2026: 0 neue ListungenOkt 2026: 0 neue ListungenOkt 26

Embargo: Was für Libyen gilt

Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Libyen ein Waffen- und Wirtschaftsembargo. Es umfasst: Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, interne Repression, Ausfuhrbeschränkungen, Einfuhrbeschränkungen, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Im eLI zählt es mit 30 Punkten zur Komponente „Sanktionsprogramme & Embargo“ (Waffenembargo 15, Wirtschaftsembargo 15 Punkte).

Embargo-Matrix Libyen laut BAFA-Übersicht, Stand 15.06.2026
MaßnahmeVerordnung (EU) 2016/44zuletzt geändert: Verordnung (EU) 2026/1332
Waffenembargo gilt
Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung gilt
Güter der internen Repression gilt
Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen gilt
Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen gilt
Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen gilt
Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) gilt
Erfüllungsverbot gilt
Sonstiges gilt
Fundstellen: Verordnung (EU) 2016/44
Waffenembargo
  • Art. 3 Abs.1 in Bezug auf Rüstungsgütern der Gemein-samen Militärgüterliste der EU bzw. des Teil I Abschnitt A der Ausfuhrliste
Güter der internen Repression
  • Art. 2 i.V.m. Anhang I
Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen
  • Genehmigungspflichten für die Ausfuhr von Gütern bei der Schleusung von Migranten und beim Menschenhandel Art. 2a i.V.m. Anhang VII
  • Laden, Entladen und Befördern von Erdöl, Rohöl und Erdölerzeugnissen auf bestimmten Schiffen Art. 15 i.V.m. Anhang V
Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen
  • Verbot bzgl. Rüstungsgüter § 77 AWV für Güter des Teils I Abschnitt A der Ausfuhrliste
  • Güter der internen Repression Art. 2 Abs. 2 i.V.m. Anhang I
Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen
  • Dienstleistungen und Vermittlungsdiensten i. Z. m. Rüstungsgütern, interner Repression, Finanzmittel Art. 2a, 3
  • Dienstleistungen i. Z. m. dem Transport von Söldnern Art. 3 Abs. 1c
Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
  • Art. 5 i.V.m. den Anhängen II und III
Erfüllungsverbot
  • Art. 17
Sonstiges
  • Zusammenarbeit mit Behörden Art. 18

Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.

Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Libyen prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel

143gelistete Organisationen mit Bezug zu Libyen
> 50 %Eigentum – Schwelle der EU
≥ 50 %OFAC 50 Percent Rule (USA)

Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.

Mit Bezug zu Libyen stehen derzeit 143 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.

Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.

SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel

FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex

FATF-Einstufung: nicht gelistet

Die FATF führt Libyen derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.

EU-Hochrisiko-Drittland: nein

Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Libyen nicht.

Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 13 von 100

Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Libyen 13 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.

PEP-Daten mit Bezug zu Libyen

Unsere PEP-Datenbank enthält 1.878 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Libyen, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 204 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Die neuesten Einträge stehen maskiert und nur mit Funktionsbereich unter Listungen & Daten.

Was Unternehmen bei Bezug zu Libyen tun sollten

  • Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Libyen täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
    Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen
  • 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
    Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern
  • Güter und Endverwendung klären. Das Waffen- und Wirtschaftsembargo betrifft bestimmte Güter, Dienstleistungen und Zahlungen. Vor Lieferungen Güterlisten, Genehmigungspflichten und das Bereitstellungsverbot prüfen.
    Das Bereitstellungsverbot
  • US-Listen einbeziehen. 94 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
    Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen
Ihr Geschäft mit Libyen

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So setzt sich der eLI-Score zusammen

Der Score von 41 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.

Sanktionsintensität · 40 %
34 /100 · 13,6 P.
Sanktionsprogramme & Embargo · 15 %
100 /100 · 15,0 P.
Sanktionsdynamik (12 Monate) · 10 %
60 /100 · 6,0 P.
Amtliche Einstufungen (FATF / EU) · 25 %
0 /100 · 0,0 P.
PEP-Dichte · 10 %
61 /100 · 6,1 P.

Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Libyen

Ja. Mit Bezug zu Libyen stehen 466 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 323 Personen und 143 Organisationen (Stand 27.10.2026). 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Libyen, darunter LBY, LIBYA2, LIBYA3. Zusätzlich besteht ein EU-Waffen- und Wirtschaftsembargo (Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, interne Repression, Ausfuhrbeschränkungen, Einfuhrbeschränkungen, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges). Die Pflicht, Geschäftspartner zu prüfen, folgt aus den EU-Verordnungen (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002 sowie den länderbezogenen EU-Verordnungen.

Weil sich die Listen laufend ändern: In den letzten 12 Monaten kamen 7 Einträge mit Bezug zu Libyen neu hinzu, zuletzt angepasst wurden die Maßnahmen durch den EU-Rechtsakt (EU) 2026/1941 vom 07.08.2026. Neue Listungen gelten in der Regel ab dem Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU – ohne Übergangsfrist und auch für bestehende Geschäftsbeziehungen. Wer einem inzwischen gelisteten Partner weiter Gelder oder Waren bereitstellt, verstößt gegen das Bereitstellungsverbot und macht sich nach § 18 AWG strafbar. Deshalb sollten Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende täglich gegen die aktuellen Listen geprüft werden.

Die FATF führt Libyen derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die FATF aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober; der eLI gleicht die Einstufung wöchentlich ab (zuletzt geprüft am 27.10.2026).

Nein. Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Libyen nicht. Es gelten die allgemeinen Sorgfaltspflichten nach § 10 GwG; die eigene Risikoanalyse nach § 5 GwG kann im Einzelfall dennoch ein erhöhtes Risiko ergeben.

Für Verpflichtete nach § 2 GwG ja: Sie müssen klären, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte PEP sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG), und die Geschäftsbeziehung kontinuierlich überwachen (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status ändert sich laufend durch Wahlen und Ernennungen: In den letzten 90 Tagen kamen 204 PEP-Datensätze mit Bezug zu Libyen neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Für Unternehmen, die nicht unter das Geldwäschegesetz fallen, besteht keine gesetzliche PEP-Prüfpflicht.

Ja. Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Libyen ein EU-Waffen- und Wirtschaftsembargo; es umfasst Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, interne Repression, Ausfuhrbeschränkungen, Einfuhrbeschränkungen, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Rechtsgrundlage ist Verordnung (EU) 2016/44, eine EU-Verordnung nach Art. 215 AEUV, die in allen Mitgliedstaaten unmittelbar gilt. Ob ein konkretes Geschäft betroffen ist, hängt von Gut, Empfänger und Verwendungszweck ab; die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Ja, unter Umständen. Nach den EU-Sanktionsverordnungen dürfen gelisteten Personen Gelder und wirtschaftliche Ressourcen auch nicht mittelbar bereitgestellt werden. Ein nicht gelistetes Unternehmen ist betroffen, wenn gelistete Personen mehr als 50 % der Anteile halten oder es im Einzelfall kontrollieren; nach der OFAC 50 Percent Rule genügen in den USA 50 % oder mehr. Mit Bezug zu Libyen stehen derzeit 143 Organisationen auf den Sanktionslisten, deren Beteiligungen eine reine Namensprüfung nicht erkennt.

Länder mit ähnlichem Risikoprofil

Mexiko 40 Hongkong 39 Vereinigte Arabische Emirate 38 Sudan 44 Kuba 37

Quellen

Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.

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