Libyen: Sanktionen und Länderrisiko
Für Libyen weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 41 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „mittel“, Rang 18 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 466 aktive Sanktionslisten-Einträge und ein EU-Waffen- und Wirtschaftsembargo. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 7 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Libyen müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 18 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zu Libyen
Für Geschäfte mit Libyen-Bezug gelten die restriktiven Maßnahmen der EU nach Beschluss (GASP) 2015/1333 und Verordnung (EU) 2016/44 sowie die vom OFAC als aktiv geführten US-Programme Libya Sanctions und Libya Sanctions nach Executive Order 13726. Das BAFA ordnet Libyen als Waffen- und Wirtschaftsembargo ein, unter anderem mit Waffenembargo, Status als Dual-Use-Embargoland, Maßnahmen gegen interne Repression, Aus-, Einfuhr- und Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen und Erfüllungsverbot. Unternehmen müssen daher Geschäftspartner und wirtschaftlich Berechtigte gegen die EU- und US-Sanktionslisten prüfen, gelisteten Personen und Organisationen weder direkt noch indirekt Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen bereitstellen und Lieferungen sowie Dienstleistungen vorab auf Verbote und Genehmigungspflichten prüfen. Bei Transaktionen mit US-Bezug sind zusätzlich die Sperrmaßnahmen des OFAC zu beachten. Libyen ist von der FATF nicht gelistet und kein EU-Hochrisikodrittland, wird bei easycompliance aber in Risikoklasse 3 geführt.
Mit Bezug zu Libyen stehen 466 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 323 Personen und 143 Organisationen. 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Libyen (LBY, LIBYA2, LIBYA3); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 7 Einträge hinzu; die Maßnahmen wurden 3-mal durch Verordnungen oder Verordnungsänderungen angepasst. Unsere PEP-Datenbank enthält 1.878 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Libyen.
Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · eur-lex.europa.eu · ofac.treasury.gov.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Libyen laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 204 PEP-Datensätze mit Bezug zu Libyen neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen
Sanktionsprogramme mit Bezug zu Libyen
Mit Bezug zu Libyen stehen 466 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 323 Personen und 143 Organisationen (EU 69, USA 94, HADDEX 303). 3 Programme richten sich ausdrücklich gegen Libyen, darunter LBY, LIBYA2, LIBYA3; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu Libyen
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
LBY Länderprogramm | EU-LibyenDie Europäische Union hat dieses Programm mit der Verordnung (EU) 2016/44 erlassen. Es sieht restriktive Maßnahmen angesichts der Lage in Libyen vor, darunter das Einfrieren von Geldern gelisteter Personen und Organisationen. | EU | 52 | 1 |
LIBYA3 Länderprogramm | Libya Sanctions - Executive Order 13726Die USA haben dieses Programm mit der Executive Order 13726 erlassen, es gehört zum Libyen-Sanktionsprogramm des OFAC. Es richtet sich mit Vermögenssperren und Einreisebeschränkungen gegen Personen, die zur Lage in Libyen beitragen. | USA | 50 | 0 |
LIBYA2 Länderprogramm | Libya SanctionsDie USA haben dieses Programm erlassen, das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums verwaltet es. Auf Grundlage der Libyan Sanctions Regulations sperrt es Vermögen und Vermögensinteressen der libyschen Regierung und weiterer bestimmter Personen. | USA | 18 | 0 |
AUS | AU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade) | Australien | 43 | 4 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 36 | 0 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 36 | 0 |
UNS | UN-United Nations Security Council Consolidated List | Vereinte Nationen | 26 | 0 |
SDGT | Specially Designated Global Terrorist | USA | 16 | 2 |
TAL | EU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden) | EU | 12 | 0 |
DPL | US-Denied Persons ListDie Denied Persons List wird vom Bureau of Industry and Security (BIS) im US-Handelsministerium geführt. Sie erfasst Personen und Unternehmen, denen die Exportberechtigung entzogen wurde. Geschäfte mit ihnen über Güter, die dem US-Exportrecht unterliegen, sind untersagt. | USA | 7 | 0 |
FTO | Foreign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597 | USA | 3 | 0 |
DPRK2 | North Korea Sanctions Regulations (E.O.13687)US-Sanktionen gegen Nordkorea nach den North Korea Sanctions Regulations auf Grundlage der Executive Order 13687, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich gegen Amtsträger, Behörden und sonstige Stellen der Regierung Nordkoreas und der Arbeiterpartei Koreas. | USA | 2 | 0 |
GLOMAG | Global Magnitsky Sanctions EO 13818 | USA | 2 | 0 |
NKO | EU-Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea)Restriktive Maßnahmen des Rates der EU gegen die Demokratische Volksrepublik Korea. Sie setzen Maßnahmen der Vereinten Nationen um, ergänzen diese durch eigene EU-Maßnahmen und richten sich gegen die Nuklear- und ballistischen Raketenprogramme des Landes sowie gegen daran beteiligte Personen und Organisationen. | EU | 2 | 0 |
HRV | EU-Schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstößeDer Rat der EU hat diese globale Sanktionsregelung am 7. Dezember 2020 mit dem Beschluss (GASP) 2020/1999 geschaffen. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die weltweit für schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstöße verantwortlich sind. | EU | 1 | 0 |
SYR | EU-Syrien | EU | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu Libyen
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 30.07.2026 | EG-VO Nr.1941/2026-A05 | Organisation | A*** (******* |
| 25.06.2026 | USSDN - SDGT | Person | A********* E******* E***** |
| 25.06.2026 | USSDN - SDGT | Person | M***** M****** E******* |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Person | A*** H***** A* K*** |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Organisation | A**** a* C***** i* L**** |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Organisation | A**** A* C***** D**** |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Person | I****** A** A** B*** T******* |
| 17.10.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*********** M******* A*********** A******* |
| 17.10.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | F***** d* S******** |
| 08.10.2025 | UKHMT | Person | I****** A** M******* A** B*** |
| 08.10.2025 | UNSCSL - Al-Qaida | Person | I****** A** A** B*** T******* |
| 13.09.2025 | AUDFAT | Organisation | I****** S**** i* L**** |
| 03.09.2025 | USSDN - LIBYA3 | Organisation | A****** L** |
| 25.08.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | '*** a******* |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Organisation | L*** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A** H**** a****** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A* (********* |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*** F**** a* L*** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*** O*** A* T****** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*** Z****** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*** A***** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A******* a******* |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A** S****** M****** A**** S**** |
| 23.05.2025 | UKHMT | Person | A*** F**** A* L*** |
| 08.04.2025 | AUDFAT | Person | S****** B** G**** |
Neueste PEP-Einträge mit Bezug zu Libyen
Nur Funktionsbereich, ohne Angehörige und nahestehende Personen.
| Neu/geändert | Funktionsbereich | Name |
|---|---|---|
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A********* K***** A******* G**** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | M***** S******* M*** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A**** A******* B** S****** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | A** A*** A** O**** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A**** I******* O*** E******* |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A******** E******** K* E***** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | O**** M****** A******** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | F***** M***** O*** B***** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | O***** G* A** I****** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A**** A** E****** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A** A**** S**** K***** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | A*** E****** S* K***** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | F**** M***** A** A******* |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | R*** M****** S*** G***** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | M****** M***** A** A****** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A** A******* E******* A******** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A**** M****** K* D****** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | W**** S**** K***** A****** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | A********* M****** A******* |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | N*** M******* I*** B******* |
Verordnungen der letzten 12 Monate
| Programm | Rechtsakt | Geändert | Veröffentlicht |
|---|---|---|---|
LBY | (EU) 2026/1941 | Anhang V | 07.08.2026 |
LBY | BANZ 20260730 | — | 30.07.2026 |
LBY | (EU) 2026/1332 | Rechtsakt | 15.06.2026 |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 27 Einträge mit Bezug zu Libyen neu auf die Listen, davon 7 in den letzten 12 Monaten. Zu Programmen, die sich ausdrücklich gegen Libyen richten, gab es in den letzten 12 Monaten 3 Verordnungen bzw. Verordnungsänderungen.
Embargo: Was für Libyen gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Libyen ein Waffen- und Wirtschaftsembargo. Es umfasst: Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, interne Repression, Ausfuhrbeschränkungen, Einfuhrbeschränkungen, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Im eLI zählt es mit 30 Punkten zur Komponente „Sanktionsprogramme & Embargo“ (Waffenembargo 15, Wirtschaftsembargo 15 Punkte).
| Maßnahme | Verordnung (EU) 2016/44zuletzt geändert: Verordnung (EU) 2026/1332 |
|---|---|
| Waffenembargo | gilt |
| Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung | gilt |
| Güter der internen Repression | gilt |
| Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen | gilt |
| Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen | gilt |
| Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen | gilt |
| Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) | gilt |
| Erfüllungsverbot | gilt |
| Sonstiges | gilt |
Fundstellen: Verordnung (EU) 2016/44
- Waffenembargo
- Art. 3 Abs.1 in Bezug auf Rüstungsgütern der Gemein-samen Militärgüterliste der EU bzw. des Teil I Abschnitt A der Ausfuhrliste
- Güter der internen Repression
- Art. 2 i.V.m. Anhang I
- Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen
- Genehmigungspflichten für die Ausfuhr von Gütern bei der Schleusung von Migranten und beim Menschenhandel Art. 2a i.V.m. Anhang VII
- Laden, Entladen und Befördern von Erdöl, Rohöl und Erdölerzeugnissen auf bestimmten Schiffen Art. 15 i.V.m. Anhang V
- Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen
- Verbot bzgl. Rüstungsgüter § 77 AWV für Güter des Teils I Abschnitt A der Ausfuhrliste
- Güter der internen Repression Art. 2 Abs. 2 i.V.m. Anhang I
- Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen
- Dienstleistungen und Vermittlungsdiensten i. Z. m. Rüstungsgütern, interner Repression, Finanzmittel Art. 2a, 3
- Dienstleistungen i. Z. m. dem Transport von Söldnern Art. 3 Abs. 1c
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 5 i.V.m. den Anhängen II und III
- Erfüllungsverbot
- Art. 17
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden Art. 18
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Libyen prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu Libyen stehen derzeit 143 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: nicht gelistet
Die FATF führt Libyen derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: nein
Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Libyen nicht.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 13 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Libyen 13 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zu Libyen
Unsere PEP-Datenbank enthält 1.878 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Libyen, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 204 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Die neuesten Einträge stehen maskiert und nur mit Funktionsbereich unter Listungen & Daten.
Was Unternehmen bei Bezug zu Libyen tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Libyen täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern - Güter und Endverwendung klären. Das Waffen- und Wirtschaftsembargo betrifft bestimmte Güter, Dienstleistungen und Zahlungen. Vor Lieferungen Güterlisten, Genehmigungspflichten und das Bereitstellungsverbot prüfen.
Das Bereitstellungsverbot - US-Listen einbeziehen. 94 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen
Welche Prüfung brauchen Sie wirklich?
Wir prüfen mit Ihnen, welche Sanktions-, PEP- und Watchlisten für Ihre Geschäftsbeziehungen mit Bezug zu Libyen gelten – und automatisieren die Prüfung, ohne Installation.
Beratung: 0471 981 999 81 · Kontakt aufnehmen · kostenlos testen
So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 41 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Libyen
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Mexiko 40 Hongkong 39 Vereinigte Arabische Emirate 38 Sudan 44 Kuba 37
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.