Sudan: Sanktionen und Länderrisiko
Für Sudan weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 44 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „mittel“, Rang 17 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 373 aktive Sanktionslisten-Einträge und ein EU-Waffenembargo. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 79 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Sudan müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 17 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zu Sudan
Für Geschäfte mit Bezug zu Sudan gelten auf EU-Ebene die Verordnung (EU) 747/2014 sowie die Verordnung (EU) 2023/2147 vom 9. Oktober 2023, die restriktive Maßnahmen gegen Aktivitäten vorsieht, welche die Stabilität und den politischen Übergang Sudans untergraben. Das BAFA führt Sudan als Waffenembargo- und Dual-Use-Embargoland mit Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen und Erfüllungsverbot. In den USA gelten die Darfur Sanctions Regulations (31 C.F.R. part 546) sowie die Executive Order 14098 vom 4. Mai 2023, die Sanktionen gegen Personen vorsieht, die Sudan destabilisieren und den demokratischen Übergang untergraben. Sudan ist von der FATF nicht gelistet und kein EU-Hochrisikodrittland; easycompliance stuft das Land in Risikoklasse 3 ein. Praktisch müssen Unternehmen Geschäftspartner, wirtschaftlich Berechtigte und Zahlungsempfänger gegen EU- und US-Listen prüfen, gelisteten Personen und Organisationen keine Gelder oder wirtschaftlichen Ressourcen bereitstellen und Lieferungen von Rüstungs- und Dual-Use-Gütern sowie zugehörige Dienstleistungen vorab auf Verbote und Genehmigungspflichten prüfen.
Mit Bezug zu Sudan stehen 373 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 246 Personen und 127 Organisationen. 5 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Sudan (DARFUR, SDNZ, SU1, SUD, SUDAN-EO14098); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 79 Einträge hinzu; die Maßnahmen wurden 8-mal durch Verordnungen oder Verordnungsänderungen angepasst. Unsere PEP-Datenbank enthält 3.761 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Sudan.
Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · ofac.treasury.gov.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Sudan laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 163 PEP-Datensätze mit Bezug zu Sudan neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen
Sanktionsprogramme mit Bezug zu Sudan
Mit Bezug zu Sudan stehen 373 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 246 Personen und 127 Organisationen (EU 48, USA 92, HADDEX 233). 5 Programme richten sich ausdrücklich gegen Sudan, darunter DARFUR, SDNZ, SU1, SUD, SUDAN-EO14098; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu Sudan
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
SUDAN-EO14098 Länderprogramm | — | — | 57 | 26 |
SUD Länderprogramm | EU-Sudan | EU | 31 | 11 |
DARFUR Länderprogramm | Darfur Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 546Die Darfur Sanctions Regulations (31 C.F.R. part 546) des US-Finanzministeriums (OFAC) richten sich gegen Personen und Organisationen, die zum Konflikt in der sudanesischen Region Darfur beitragen. | USA | 6 | 0 |
SU1 Länderprogramm | EU-Sudan (Handlungen, die die Stabilität und den politischen Übergang Sudans untergraben) | EU | 3 | 3 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 36 | 17 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 34 | 11 |
AUS | AU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade) | Australien | 16 | 5 |
SDGT | Specially Designated Global Terrorist | USA | 16 | 2 |
UNS | UN-United Nations Security Council Consolidated List | Vereinte Nationen | 14 | 5 |
CAR | EU-Central African RepublicDas EU-Programm beruht auf der Verordnung (EU) Nr. 224/2014 des Rates. Es sieht restriktive Maßnahmen gegen Personen und Organisationen vor, die Frieden, Stabilität oder Sicherheit in der Zentralafrikanischen Republik untergraben. | EU | 5 | 0 |
SOUTH SUDAN | South Sudan Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 558; Executive Order 13664Die USA haben dieses Programm 2014 eingeführt, das OFAC setzt es um. Es sieht gezielte Sanktionen gegen bestimmte Personen und Organisationen vor, die den Frieden, die Sicherheit oder die Stabilität des Südsudan und der umliegenden Region gefährden. | USA | 4 | 0 |
CYBER2 | Sanctions Related to Significant Malicious Cyber-Enabled ActivitiesSanktionsprogramm des US-Finanzministeriums (OFAC). Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die für erhebliche böswillige Aktivitäten im Cyberraum verantwortlich sind oder daran beteiligt sind. | USA | 3 | 0 |
ELECTION-EO13848 | Imposing Certain Sanctions in the Event of Foreign Interference in a United States Election | USA | 3 | 0 |
FTO | Foreign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597 | USA | 3 | 2 |
HRV | EU-Schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstößeDer Rat der EU hat diese globale Sanktionsregelung am 7. Dezember 2020 mit dem Beschluss (GASP) 2020/1999 geschaffen. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die weltweit für schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstöße verantwortlich sind. | EU | 3 | 0 |
UKRAINE2 | Ukraine - associated with Executive Order 13661 | USA | 3 | 0 |
GLOMAG | Global Magnitsky Sanctions EO 13818 | USA | 2 | 0 |
LIBYA3 | Libya Sanctions - Executive Order 13726Die USA haben dieses Programm mit der Executive Order 13726 erlassen, es gehört zum Libyen-Sanktionsprogramm des OFAC. Es richtet sich mit Vermögenssperren und Einreisebeschränkungen gegen Personen, die zur Lage in Libyen beitragen. | USA | 2 | 0 |
HPJ | EU-Hamas und Palästinensisch Islamischer DschihadDer Rat der EU hat diesen Sanktionsrahmen im Januar 2024 eingerichtet. Er richtet sich gegen Personen und Organisationen, die Gewalttaten der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad unterstützen, erleichtern oder ermöglichen. | EU | 1 | 0 |
PAARSSR-EO13894 | Executive Order 13894, as amended by Executive Order 14142 and the Executive Order of June 30, 2025US-Sanktionsprogramm auf Grundlage der Executive Order 13894 mit ihren Änderungen, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die mit der Lage in Syrien in Verbindung stehen, unter anderem mit dem früheren Assad-Regime und der Destabilisierung der Region. | USA | 1 | 0 |
TAL | EU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden) | EU | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu Sudan
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 10.10.2026 | EG-VO Nr.2262/2026-A01 | Person | M******* I***** S******* |
| 10.10.2026 | EG-VO Nr.2262/2026-A01 | Person | M****** I****** A**** N*** M****** |
| 10.10.2026 | EG-VO Nr.2262/2026-A01 | Person | A** A*** K***** |
| 17.07.2026 | UKHMT | Organisation | O******* M***** |
| 17.07.2026 | UKHMT | Organisation | S****** C****** L****** |
| 17.07.2026 | UKHMT | Person | A**** H**** E* B***** H***** |
| 17.07.2026 | UKHMT | Person | A**** A****** |
| 17.07.2026 | UKHMT | Organisation | A**** M***** C****** L****** |
| 17.07.2026 | UKHMT | Person | M**** G********* M****** F******* |
| 17.07.2026 | UKHMT | Person | A** D**** A**** N*** H******** A***** |
| 26.06.2026 | USSDN - SUDAN-EO14098 | Person | F**** A******** L**** O***** |
| 26.06.2026 | USSDN - SUDAN-EO14098 | Person | J*** P**** D***** G***** |
| 26.06.2026 | USSDN - SUDAN-EO14098 | Person | E****** D***** P******* Q********** |
| 26.06.2026 | USSDN - SUDAN-EO14098 | Person | A*** C******** |
| 26.06.2026 | USSDN - SUDAN-EO14098 | Organisation | S** E***** L****** |
| 26.06.2026 | USSDN - SUDAN-EO14098 | Person | T**** H****** M******* M***** |
| 26.06.2026 | USSDN - SUDAN-EO14098 | Organisation | P**** E********** C****** L** |
| 26.06.2026 | USSDN - SUDAN-EO14098 | Organisation | T***** M************** C****** L** |
| 22.06.2026 | EG-VO Nr.1393/2026-A01 | Person | A****** H***** |
| 08.05.2026 | AUDFAT | Person | A******* H***** D***** |
| 06.05.2026 | EG-VO Nr.1051/2026-A01 | Person | A***** A***** Q****** B****** |
| 06.05.2026 | EG-VO Nr.1051/2026-A01 | Person | C****** V****** O******* F***** |
| 06.05.2026 | EG-VO Nr.1051/2026-A01 | Person | M**** A***** D**** B***** |
| 29.04.2026 | UKHMT | Person | A******* H***** D***** |
| 29.04.2026 | CHSECO - SUDAN | Person | A****** H***** D***** |
Neueste PEP-Einträge mit Bezug zu Sudan
Nur Funktionsbereich, ohne Angehörige und nahestehende Personen.
| Neu/geändert | Funktionsbereich | Name |
|---|---|---|
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | A**** H***** A**** |
| 02.09.2026 | Militär & Sicherheit | K********* A******* I**** A********** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | S*** A********** S**** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | M******* A****** Z********** |
| 02.09.2026 | Militär & Sicherheit | A*** A**** M***** F*** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | A******** A******* A**** A***** |
| 02.09.2026 | Militär & Sicherheit | H***** A** e******** A** |
| 02.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | A******* A******** A******* |
| 02.09.2026 | Militär & Sicherheit | Z****** I****** M****** A**** |
| 02.09.2026 | Justiz | I****** A******* |
| 02.09.2026 | Regierung & Verwaltung | M******** S**** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | Y**** T*** S**** |
| 02.09.2026 | Regierung & Verwaltung | A*** A*** D****** |
| 02.09.2026 | Justiz | S****** S***** H**** |
| 02.09.2026 | Regierung & Verwaltung | I**** n**** M*** O*** B***** |
| 02.09.2026 | Regierung & Verwaltung | A**** M***** M*** M****** |
| 02.09.2026 | Regierung & Verwaltung | I**** Q****** A******* M******* |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | S**** A**** J***** A******** |
| 02.09.2026 | Sonstige öffentliche Funktion | N***** A** M****** M****** T**** |
| 02.09.2026 | Regierung & Verwaltung | A** B*** A** A******* A****** |
Verordnungen der letzten 12 Monate
| Programm | Rechtsakt | Geändert | Veröffentlicht |
|---|---|---|---|
SU1 | (EU) 2026/2262 | Anhang I | 10.10.2026 |
SUD | (EU) 2026/1724 | Rechtsakt | 14.07.2026 |
SUD | (EU) 2026/1393 | Anhang I | 22.06.2026 |
SUD | (EU) 2026/1051 | Anhang I | 07.05.2026 |
SUD | BANZ 20260506 | — | 06.05.2026 |
SUD | (EU) 2026/531 | Anhang I | 05.03.2026 |
SUD | (EU) 2026/251 | Anhang I | 29.01.2026 |
SUD | (EU) 2025/2368 | Anhang I | 20.11.2025 |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 118 Einträge mit Bezug zu Sudan neu auf die Listen, davon 79 in den letzten 12 Monaten. Zu Programmen, die sich ausdrücklich gegen Sudan richten, gab es in den letzten 12 Monaten 8 Verordnungen bzw. Verordnungsänderungen.
Embargo: Was für Sudan gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Sudan ein Waffenembargo aus 2 Rechtsakten. Es umfasst: Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Im eLI zählt es mit 15 Punkten zur Komponente „Sanktionsprogramme & Embargo“ (Waffenembargo 15, Wirtschaftsembargo 15 Punkte).
| Maßnahme | Verordnung (EU) 747/2014zuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2026/53 | Verordnung (EU) 2023/2147zuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2026/887 |
|---|---|---|
| Waffenembargo | gilt | gilt nicht |
| Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung | gilt | gilt nicht |
| Güter der internen Repression | gilt nicht | gilt nicht |
| Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen | gilt nicht | gilt nicht |
| Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen | gilt nicht | gilt nicht |
| Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen | gilt | gilt nicht |
| Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) | gilt | gilt |
| Erfüllungsverbot | gilt | gilt |
| Sonstiges | gilt | gilt |
Fundstellen: Verordnung (EU) 747/2014
- Waffenembargo
- §§ 74ff.AWV in Bezug auf Güter des Teils I Abschnitt A der Ausfuhrliste
- Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen
- Verbote für Dienstleistungen i. Z. m. militärischen Aktivitäten Art. 2
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 5 i.V.m. Anhang I
- Erfüllungsverbot
- Art. 12
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden Art. 9
Fundstellen: Verordnung (EU) 2023/2147
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 2 i.V.m. Anhang I
- Erfüllungsverbot
- Art. 11
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden Art. 8
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Sudan prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu Sudan stehen derzeit 127 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: nicht gelistet
Die FATF führt Sudan derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: nein
Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Sudan nicht.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 14 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Sudan 14 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zu Sudan
Unsere PEP-Datenbank enthält 3.761 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Sudan, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 163 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Die neuesten Einträge stehen maskiert und nur mit Funktionsbereich unter Listungen & Daten.
Was Unternehmen bei Bezug zu Sudan tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Sudan täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern - Güter und Endverwendung klären. Das Waffenembargo betrifft bestimmte Güter, Dienstleistungen und Zahlungen. Vor Lieferungen Güterlisten, Genehmigungspflichten und das Bereitstellungsverbot prüfen.
Das Bereitstellungsverbot - US-Listen einbeziehen. 92 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen
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So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 44 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Sudan
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Libyen 41 Mexiko 40 Hongkong 39 Vereinigte Arabische Emirate 38 Kuba 37
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.