Palästinensische Gebiete: Sanktionen und Länderrisiko
Für die Palästinensischen Gebiete weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 23 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „niedrig“, Rang 47 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 410 aktive Sanktionslisten-Einträge. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 35 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 47 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten
Mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten stehen 410 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 349 Personen und 61 Organisationen. 1 Sanktionsprogramm richtet sich ausdrücklich gegen die Palästinensischen Gebiete (NS-PLC); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 35 Einträge hinzu. Unsere PEP-Datenbank enthält 1.802 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 112 PEP-Datensätze mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen
Sanktionsprogramme mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten
Mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten stehen 410 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 349 Personen und 61 Organisationen (EU 17, USA 154, HADDEX 239). 1 Programm richtet sich ausdrücklich gegen die Palästinensischen Gebiete, darunter NS-PLC; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
NS-PLC Länderprogramm | Non-SDN Palestinian Legislative CouncilNon-SDN-Liste des US-Finanzministeriums (OFAC). Sie erfasst Mitglieder des Palästinensischen Legislativrats, die über die Liste der Hamas oder einer anderen als terroristisch eingestuften Organisation gewählt wurden und nicht bereits auf der SDN-Liste stehen. | USA | 78 | 1 |
SDGT | Specially Designated Global Terrorist | USA | 79 | 18 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 29 | 4 |
AUS | AU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade) | Australien | 26 | 7 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 9 | 2 |
HRV | EU-Schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstößeDer Rat der EU hat diese globale Sanktionsregelung am 7. Dezember 2020 mit dem Beschluss (GASP) 2020/1999 geschaffen. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die weltweit für schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstöße verantwortlich sind. | EU | 7 | 2 |
HPJ | EU-Hamas und Palästinensisch Islamischer DschihadDer Rat der EU hat diesen Sanktionsrahmen im Januar 2024 eingerichtet. Er richtet sich gegen Personen und Organisationen, die Gewalttaten der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad unterstützen, erleichtern oder ermöglichen. | EU | 6 | 2 |
TAL | EU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden) | EU | 4 | 0 |
UNS | UN-United Nations Security Council Consolidated List | Vereinte Nationen | 4 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 02.10.2026 | USSDN - SDGT | Person | S***** A******* S***** A***** |
| 10.09.2026 | UKHMT | Person | A****** S***** |
| 09.09.2026 | UKHMT | Person | E**** L*** |
| 09.09.2026 | UKHMT | Person | M*** E******* |
| 26.08.2026 | USSDN - SDGT | Person | Z*** A********** |
| 26.08.2026 | USSDN - SDGT | Person | R*** A******** |
| 27.07.2026 | USSDN - SDGT, NS-PLC | Person | I***** A**** S**** H****** |
| 27.07.2026 | USSDN - SDGT | Person | A** A* A*** A*** |
| 24.07.2026 | USSDN - SDGT | Person | K****** K***** Z****** A**** |
| 24.07.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | M**** P******** C********* S****** |
| 25.06.2026 | USSDN - SDGT | Person | A**** A*** R****** |
| 25.06.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | G***** R***** F********** I*** |
| 25.06.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | H*** L*** F********* F** R***** A** D********** |
| 25.06.2026 | USSDN - SDGT | Person | S**** A**** I***** Y***** |
| 17.06.2026 | CHSECO - HAMAS | Person | K***** M***** |
| 17.06.2026 | CHSECO - HAMAS | Person | N**** M******* M***** A******** |
| 06.06.2026 | AUDFAT | Person | M******* a******* |
| 06.06.2026 | AUDFAT | Person | Z*** a********** |
| 02.06.2026 | AUDFAT | Organisation | Z**** F*** |
| 02.06.2026 | AUDFAT | Organisation | N****** F*** |
| 02.06.2026 | AUDFAT | Organisation | M******* F*** |
| 02.06.2026 | AUDFAT | Organisation | M****** F*** |
| 02.06.2026 | AUDFAT | Person | B** Z*** G******* |
| 28.05.2026 | EG-VO Nr.1174/2026-A01 | Person | ﺧ******* |
| 28.05.2026 | EG-VO Nr.1174/2026-A01 | Person | N**** M******* M***** A******** |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 59 Einträge mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten neu auf die Listen, davon 35 in den letzten 12 Monaten.
Embargo: Was für die Palästinensischen Gebiete gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für die Palästinensischen Gebiete kein länderbezogenes Embargo. Personenbezogene Sanktionen gelten trotzdem: 410 Personen und Organisationen mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten stehen auf den Sanktionslisten. Geschäftspartner mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten müssen deshalb ebenso geprüft werden.
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten stehen derzeit 61 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF und EU-Hochrisikoliste
FATF-Einstufung: nicht gelistet
Die FATF führt die Palästinensischen Gebiete derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: nein
Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt die Palästinensischen Gebiete nicht.
PEP-Daten mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten
Unsere PEP-Datenbank enthält 1.802 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 112 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
Was Unternehmen bei Bezug zu den Palästinensischen Gebieten tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern - US-Listen einbeziehen. 154 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen
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So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 23 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu den Palästinensischen Gebieten
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Tunesien 23 Zentralafrikanische Republik 24 Kolumbien 24 Deutschland 22 Indien 22
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.