Tunesien: Sanktionen und Länderrisiko
Für Tunesien weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 23 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „niedrig“, Rang 47 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 290 aktive Sanktionslisten-Einträge. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 8 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Tunesien müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 47 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zu Tunesien
Für Tunesien gibt es kein Handelsembargo. Es gilt das EU-Länderprogramm TUN, das laut der BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos nur personenbezogene Finanzsanktionen umfasst. Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EU) 101/2011. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die für die Veruntreuung tunesischer Staatsgelder verantwortlich sind, sowie gegen Personen und Einrichtungen, die mit ihnen verbunden sind. Die Gelder und wirtschaftlichen Ressourcen der Gelisteten werden eingefroren, und es ist verboten, ihnen direkt oder indirekt Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Tunesien ist weder von der FATF gelistet noch von der EU als Drittland mit hohem Risiko eingestuft. Für Unternehmen bedeutet das vor allem, Geschäftspartner, wirtschaftlich Berechtigte und Zahlungsempfänger gegen die aktuelle EU-Sanktionsliste zu prüfen.
Mit Bezug zu Tunesien stehen 290 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 265 Personen und 25 Organisationen. 1 Sanktionsprogramm richtet sich ausdrücklich gegen Tunesien (TUN); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 8 Einträge hinzu; die Maßnahmen wurden einmal durch eine Verordnung oder Verordnungsänderung angepasst. Unsere PEP-Datenbank enthält 4.680 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Tunesien.
Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · www.sanctionsmap.eu.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Tunesien laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 313 PEP-Datensätze mit Bezug zu Tunesien neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen
Sanktionsprogramme mit Bezug zu Tunesien
Mit Bezug zu Tunesien stehen 290 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 265 Personen und 25 Organisationen (EU 51, USA 41, HADDEX 198). 1 Programm richtet sich ausdrücklich gegen Tunesien, darunter TUN; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu Tunesien
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
TUN Länderprogramm | EU-Tunesien | EU | 27 | 0 |
SDGT | Specially Designated Global Terrorist | USA | 39 | 1 |
AUS | AU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade) | Australien | 28 | 5 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 26 | 1 |
UNS | UN-United Nations Security Council Consolidated List | Vereinte Nationen | 26 | 0 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 25 | 0 |
TAL | EU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden) | EU | 24 | 0 |
FRA | FR-France Dispositif national de gel | Frankreich | 1 | 0 |
FTO | Foreign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597 | USA | 1 | 0 |
ICC-EO14203 | Executive Order 14203 | USA | 1 | 1 |
RUSSIA-EO14024 | Blocking Property With Respect To Specified Harmful Foreign Activities of the Government of the Russian FederationDas Programm wurde von den USA erlassen und wird vom OFAC verwaltet. Es beruht auf der Executive Order 14024 vom 15. April 2021 und richtet sich gegen bestimmte schädliche ausländische Aktivitäten der Regierung der Russischen Föderation. | USA | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu Tunesien
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 27.05.2026 | USSDN - ICC-EO14203 | Person | F******** P**** A******* |
| 21.05.2026 | USSDN - SDGT | Person | A**** C***** B** M******* |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Person | A********* M******* A********** |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Organisation | A**** a* C***** i* L**** |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Organisation | A**** A* C***** D**** |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Person | A*** B** A******* B** Y****** H**** |
| 24.02.2026 | AUDFAT | Person | A** O***** |
| 16.01.2026 | UKHMT | Person | A********* M******* A********** |
| 08.10.2025 | UKHMT | Person | L***** |
| 13.09.2025 | AUDFAT | Person | A******* B** K****** B** A**** R***** |
| 25.08.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | L***** |
| 06.08.2025 | USSDN - SDGT | Person | M**** K****** |
| 17.06.2025 | FRNAT - Dispositif national de gel (L. 562-2) | Person | M****** K****** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Organisation | A**** a********* i* T****** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Organisation | G*** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Organisation | A* Q**** a* M****** i******** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A** '******* a****** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A** M***** a******** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*** O*** A* T****** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*** Z****** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*** A***** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | D*** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | F***** B********* |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A******* b** A**** b** a******* a******** |
| 03.06.2025 | CHSECO - ISIL-ALQAIDA | Person | A*** A** |
Verordnungen der letzten 12 Monate
| Programm | Rechtsakt | Geändert | Veröffentlicht |
|---|---|---|---|
TUN | (EU) 2026/238 | Anhang I | 31.01.2026 |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 36 Einträge mit Bezug zu Tunesien neu auf die Listen, davon 8 in den letzten 12 Monaten. Zu Programmen, die sich ausdrücklich gegen Tunesien richten, gab es in den letzten 12 Monaten 1 Verordnung bzw. Verordnungsänderung.
Embargo: Was für Tunesien gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Tunesien kein Waffen- oder Wirtschaftsembargo, sondern nur personenbezogene Finanzsanktionen: Gelder der gelisteten Personen und Organisationen sind einzufrieren, und ihnen dürfen weder Gelder noch wirtschaftliche Ressourcen bereitgestellt werden. Weil diese Maßnahmen an gelistete Personen anknüpfen, ist die Prüfung der Geschäftspartner gegen die Sanktionslisten hier das entscheidende Werkzeug.
| Maßnahme | Verordnung (EU) 101/2011zuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2026/238 |
|---|---|
| Waffenembargo | gilt nicht |
| Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung | gilt nicht |
| Güter der internen Repression | gilt nicht |
| Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen | gilt nicht |
| Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen | gilt nicht |
| Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen | gilt nicht |
| Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) | gilt |
| Erfüllungsverbot | gilt nicht |
| Sonstiges | gilt |
Fundstellen: Verordnung (EU) 101/2011
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 2 i.V.m. Anhang I
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden Art. 9
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Tunesien prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu Tunesien stehen derzeit 25 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: nicht gelistet
Die FATF führt Tunesien derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: nein
Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Tunesien nicht.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 39 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Tunesien 39 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zu Tunesien
Unsere PEP-Datenbank enthält 4.680 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Tunesien, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 313 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
Was Unternehmen bei Bezug zu Tunesien tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Tunesien täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern
Welche Prüfung brauchen Sie wirklich?
Wir prüfen mit Ihnen, welche Sanktions-, PEP- und Watchlisten für Ihre Geschäftsbeziehungen mit Bezug zu Tunesien gelten – und automatisieren die Prüfung, ohne Installation.
Beratung: 0471 981 999 81 · Kontakt aufnehmen · kostenlos testen
So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 23 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Tunesien
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Palästinensische Gebiete 23 Zentralafrikanische Republik 24 Kolumbien 24 Deutschland 22 Indien 22
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.