Länderrisiko · Vietnam

Vietnam: Sanktionen und Länderrisiko

Für Vietnam weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 38 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „mittel“, Rang 22 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 74 aktive Sanktionslisten-Einträge, die Graue Liste der FATF und die EU-Liste der Hochrisiko-Drittländer. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 9 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Vietnam müssen deshalb laufend geprüft werden.

Tobias Siemssen, LL.M. CEO, Siemssen Consulting GmbH Ich bin Jurist, Steuerberater, Systementwickler, Unternehmer und Investor. Ich habe easycompliance entwickelt und verbinde juristische Expertise praxisnah mit über 15 Jahren Compliance-Erfahrung, neuester Technologie und internationalem Blick. LinkedIn XING E-Mail Telefon KI-Transparenz So entstehen unsere Länderseiten Die Länderinformationen werden mit Hilfe von KI aggregiert – aus den Sanktions- und PEP-Daten von easycompliance sowie aus öffentlichen und privaten Quellen wie EUR-Lex, BAFA, FATF und Reguvis. Rechtsangaben in KI-Texten werden automatisch mit diesen Quellen abgeglichen; die Redaktion kann jeden Text korrigieren. Wie wir KI nutzen Zuletzt aktualisiert:

Sanktionslage mit Bezug zu Vietnam

Laut den geprüften Daten gilt für Vietnam weder ein länderbezogenes Sanktionsprogramm noch ein Embargo, und die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt das Land nicht als Embargoland. Die FATF führt Vietnam seit Juni 2023 als Land unter verstärkter Überwachung (Graue Liste), da es dort strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismus- und Proliferationsfinanzierung gibt. Die EU-Kommission hat Vietnam mit der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2070 in die Liste der Drittländer mit hohem Risiko nach der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1675 aufgenommen. Wer nach dem Geldwäscherecht verpflichtet ist, muss deshalb bei Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit Bezug zu Vietnam verstärkte Sorgfaltspflichten erfüllen. Unabhängig davon gelten personenbezogene Listungen und Exportkontrollvorschriften weiter, sodass Geschäftspartner, wirtschaftlich Berechtigte und Endverwender trotzdem gegen Sanktionslisten zu prüfen sind.

Mit Bezug zu Vietnam stehen 74 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 30 Personen und 44 Organisationen. Kein Sanktionsprogramm richtet sich ausdrücklich gegen Vietnam; die Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zur Terrorismusbekämpfung, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. In den letzten 12 Monaten kamen 9 Einträge hinzu. Unsere PEP-Datenbank enthält 7.578 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Vietnam.

Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: www.fatf-gafi.org · www.fatf-gafi.org · eur-lex.europa.eu · eur-lex.europa.eu.

Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Vietnam laufend geprüft werden müssen

9neue Listungen mit Bezug zu Vietnam in 12 Monaten
alle 41 Tageeine neue Listung im Schnitt
767PEP-Datensätze neu oder mit geändertem Namen in 90 Tagen

Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.

  • Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
  • Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
  • Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
  • Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.

PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend

Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Weil die EU Vietnam als Drittland mit hohem Geldwäscherisiko führt, gelten zusätzlich verstärkte Sorgfaltspflichten nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG. Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 767 PEP-Datensätze mit Bezug zu Vietnam neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.

So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen

Sanktionsprogramme mit Bezug zu Vietnam

Mit Bezug zu Vietnam stehen 74 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 30 Personen und 44 Organisationen (EU 3, USA 27, HADDEX 44). Kein Programm richtet sich ausdrücklich gegen Vietnam; die Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zur Terrorismusbekämpfung. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.

Listungen und Daten im Detail

Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.

Alle Programme mit Bezug zu Vietnam

CodeProgrammHerausgeberEinträgeNeu
(12 M.)
AUSAU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade)Australien50
NPWMDNon-proliferation Sanctions Weapons of Mass DestructionUS-Sanktionsprogramm zur Nichtverbreitung, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die an der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und ihren Trägersystemen beteiligt sind oder diese unterstützen.USA52
SECCH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs)Schweiz51
DPRK2North Korea Sanctions Regulations (E.O.13687)US-Sanktionen gegen Nordkorea nach den North Korea Sanctions Regulations auf Grundlage der Executive Order 13687, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich gegen Amtsträger, Behörden und sonstige Stellen der Regierung Nordkoreas und der Arbeiterpartei Koreas.USA40
DPRK4North Korea Sanctions Regulations (E.O.13810)Von den USA erlassene und vom OFAC verwaltete zusätzliche Sanktionen gegen Nordkorea nach E.O. 13810. Sie sollen verhindern, dass Nordkorea seine Programme für Massenvernichtungswaffen und ballistische Raketen finanzieren kann, und führen neue Kriterien für Listungen ein.USA43
ENTUS-Entity ListUSA40
RUSSIA-EO14024Blocking Property With Respect To Specified Harmful Foreign Activities of the Government of the Russian FederationDas Programm wurde von den USA erlassen und wird vom OFAC verwaltet. Es beruht auf der Executive Order 14024 vom 15. April 2021 und richtet sich gegen bestimmte schädliche ausländische Aktivitäten der Regierung der Russischen Föderation.USA41
IRAN-EO13846Reimposing Certain Sanctions With Respect to Iran (E.O.13846)Executive Order 13846, im August 2018 vom US-Präsidenten erlassen und von OFAC verwaltet. Nach dem Ausstieg der USA aus dem JCPOA setzt sie aufgehobene Iran-Sanktionen wieder in Kraft, darunter Sperr-, Korrespondenzkonten- und Menü-Sanktionen.USA31
RU2EU-Russische Föderation (Lage in der Ukraine destabilisierend)EU30
DPRK3North Korea Sanctions Regulations (E.O.13722)Von den USA erlassene und vom OFAC verwaltete Sanktionen nach E.O. 13722: Das Vermögen der Regierung Nordkoreas und der Partei der Arbeit Koreas wird gesperrt. Außerdem sind Exporte und Reexporte nach Nordkorea sowie neue Investitionen dort verboten.USA20
SSI-UKRAINE-EO13662Ukraine - Sectoral Sanctions Identifications List - Executive Order 13662USA21
HMTUK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury)Vereinigtes Königreich10
IRAN-EO13902Imposing Sanctions With Respect to Additional Sectors of IranExecutive Order 13902 der USA, die OFAC im Rahmen der Iran-Sanktionen verwaltet. Sie erlaubt Sanktionen in Bezug auf weitere Sektoren der iranischen Wirtschaft.USA11
NKOEU-Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea)Restriktive Maßnahmen des Rates der EU gegen die Demokratische Volksrepublik Korea. Sie setzen Maßnahmen der Vereinten Nationen um, ergänzen diese durch eigene EU-Maßnahmen und richten sich gegen die Nuklear- und ballistischen Raketenprogramme des Landes sowie gegen daran beteiligte Personen und Organisationen.EU10
RUSEU-Russische Föderation (Unabhängigkeit der Ukraine untergrabend)EU11
SDGTSpecially Designated Global TerroristUSA10
TCOTransnational Criminal Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 590; Executive Order 13581USA10
UNSUN-United Nations Security Council Consolidated ListVereinte Nationen10

Neueste Listungen mit Bezug zu Vietnam

DatumListe / ProgrammTypName
24.04.2026USSDN - IRAN-EO13902OrganisationT**** A* H** B*** C****** L******
12.03.2026USSDN - DPRK4PersonQ**** V*** N*****
12.03.2026USSDN - DPRK4OrganisationQ************ I************ S******* C****** L******
12.03.2026USSDN - NPWMDPersonV** N***** H****
12.03.2026USSDN - NPWMDPersonP** K**** D*
12.03.2026USSDN - DPRK4PersonM*** Q**** H****
15.12.2025EG-VO Nr.2588/2025-A01OrganisationH***
20.11.2025USSDN - SSI-UKRAINE-EO13662, IRAN-EO13846, RUSSIA-EO14024OrganisationS** V*** P***** T************* C****** L******
13.11.2025CHSECO - RUSSIAOrganisationH***
24.07.2025USSDN - NPWMDPersonS* U* K**
03.06.2025CHSECO - RUSSIAOrganisationC*** T* T*** X*** N*** K*** T******
03.06.2025CHSECO - RUSSIAOrganisationC*** T* T*** D** G****
03.06.2025CHSECO - RUSSIAOrganisationC*** T* T*** I**** I*********
21.05.2025EG-VO Nr. 932/2025-A04OrganisationC*** T* T*** X*** N*** K*** T******
21.05.2025EG-VO Nr. 932/2025-A04OrganisationC*** T* T*** D** G****
21.05.2025EG-VO Nr. 932/2025-A04OrganisationC*** T* T*** I**** I*********
15.01.2025USSDN - SSI-UKRAINE-EO13662, RUSSIA-EO14024OrganisationL****** L******** C****** V**** D**** A*******
18.06.2024USENTOrganisationF* I************ T****** C******
12.06.2024USSDN - RUSSIA-EO14024OrganisationI**** I********* C****** L******
26.03.2024USSDN - SDGTOrganisationQ*** V*** M***** T******** J**
06.06.2023AUDFATPersonK** Y*** S*
22.05.2023AUDFATOrganisationS***** U***** C* L**
22.05.2023AUDFATOrganisationS****** T****** a** L******** C* L**
02.03.2023USSDN - IRAN-EO13846OrganisationG***** L**** O** G** A** R*** E***** J**** S**** C******
07.10.2022USSDN - TCOOrganisationT** B*** C**** W******* T********** T************ C******* O***********

Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen

In den letzten 24 Monaten kamen 17 Einträge mit Bezug zu Vietnam neu auf die Listen, davon 9 in den letzten 12 Monaten.

012345Nov 2024: 0 neue ListungenDez 2024: 0 neue ListungenJan 2025: 1 neue ListungJan 25Feb 2025: 0 neue ListungenMär 2025: 0 neue ListungenApr 2025: 0 neue ListungenApr 25Mai 2025: 3 neue ListungenJun 2025: 3 neue ListungenJul 2025: 1 neue ListungJul 25Aug 2025: 0 neue ListungenSep 2025: 0 neue ListungenOkt 2025: 0 neue ListungenOkt 25Nov 2025: 2 neue ListungenDez 2025: 1 neue ListungJan 2026: 0 neue ListungenJan 26Feb 2026: 0 neue ListungenMär 2026: 5 neue ListungenApr 2026: 1 neue ListungApr 26Mai 2026: 0 neue ListungenJun 2026: 0 neue ListungenJul 2026: 0 neue ListungenJul 26Aug 2026: 0 neue ListungenSep 2026: 0 neue ListungenOkt 2026: 0 neue ListungenOkt 26

Embargo: Was für Vietnam gilt

Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Vietnam kein länderbezogenes Embargo. Personenbezogene Sanktionen gelten trotzdem: 74 Personen und Organisationen mit Bezug zu Vietnam stehen auf den Sanktionslisten. Geschäftspartner mit Bezug zu Vietnam müssen deshalb ebenso geprüft werden.

Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.

Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel

44gelistete Organisationen mit Bezug zu Vietnam
> 50 %Eigentum – Schwelle der EU
≥ 50 %OFAC 50 Percent Rule (USA)

Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.

Mit Bezug zu Vietnam stehen derzeit 44 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.

Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.

SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel

FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex

FATF-Einstufung: Graue Liste

Die FATF führt Vietnam auf ihrer Grauen Liste („Jurisdictions under Increased Monitoring“): Strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden unter verstärkter Beobachtung abgearbeitet. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.

EU-Hochrisiko-Drittland: ja

Die EU führt Vietnam auf der Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675). Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz müssen bei Bezug zu Vietnam verstärkte Sorgfaltspflichten nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG erfüllen.

Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 41 von 100

Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Vietnam 41 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.

PEP-Daten mit Bezug zu Vietnam

Unsere PEP-Datenbank enthält 7.578 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Vietnam, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 767 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.

Was Unternehmen bei Bezug zu Vietnam tun sollten

  • Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Vietnam täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
    Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen
  • 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
    Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern
  • Verstärkte Sorgfaltspflichten. Für GwG-Verpflichtete gelten bei Bezug zu Vietnam verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 GwG). Dazu gehört die Prüfung auf politisch exponierte Personen.
    PEP-Prüfung · PEP-Angebot anfordern
Ihr Geschäft mit Vietnam

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So setzt sich der eLI-Score zusammen

Der Score von 38 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.

Sanktionsintensität · 40 %
14 /100 · 5,4 P.
Sanktionsprogramme & Embargo · 15 %
0 /100 · 0,0 P.
Sanktionsdynamik (12 Monate) · 10 %
0 /100 · 0,0 P.
Amtliche Einstufungen (FATF / EU) · 25 %
100 /100 · 25,0 P.
PEP-Dichte · 10 %
72 /100 · 7,2 P.

Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Vietnam

Gegen Vietnam richtet sich kein eigenes Sanktionsprogramm. Mit Bezug zu Vietnam stehen 74 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 30 Personen und 44 Organisationen (Stand 27.10.2026): Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land, gelistet unter thematischen Programmen etwa zur Terrorismusbekämpfung oder Nichtverbreitung. Die Prüfpflicht aus den EU-Verordnungen (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002 gilt deshalb auch bei Geschäften mit Vietnam.

Weil sich die Listen laufend ändern: In den letzten 12 Monaten kamen 9 Einträge mit Bezug zu Vietnam neu hinzu. Neue Listungen gelten in der Regel ab dem Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU – ohne Übergangsfrist und auch für bestehende Geschäftsbeziehungen. Wer einem inzwischen gelisteten Partner weiter Gelder oder Waren bereitstellt, verstößt gegen das Bereitstellungsverbot und macht sich nach § 18 AWG strafbar. Deshalb sollten Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende täglich gegen die aktuellen Listen geprüft werden.

Die FATF führt Vietnam auf ihrer Grauen Liste („Jurisdictions under Increased Monitoring“): Strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden unter verstärkter Beobachtung abgearbeitet. Die Einstufung fließt mit 55 Punkten in die Komponente „Amtliche Einstufungen“ des eLI ein (Gewicht 25 %). Die FATF aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober.

Ja. Die EU führt Vietnam auf der Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675). Bei Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit Bezug zu Vietnam müssen Verpflichtete nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG verstärkte Sorgfaltspflichten erfüllen, etwa zusätzliche Informationen über den Vertragspartner und die Herkunft der Mittel einholen.

Für Verpflichtete nach § 2 GwG ja: Sie müssen klären, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte PEP sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG), und die Geschäftsbeziehung kontinuierlich überwachen (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Weil die EU Vietnam als Drittland mit hohem Geldwäscherisiko führt, gelten zusätzlich verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG). Der PEP-Status ändert sich laufend durch Wahlen und Ernennungen: In den letzten 90 Tagen kamen 767 PEP-Datensätze mit Bezug zu Vietnam neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Für Unternehmen, die nicht unter das Geldwäschegesetz fallen, besteht keine gesetzliche PEP-Prüfpflicht.

Nein. Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Vietnam kein Embargo. Personenbezogene Sanktionen gelten trotzdem: 74 Personen und Organisationen mit Bezug zu Vietnam stehen auf den Sanktionslisten, vor allem unter thematischen Programmen etwa zur Terrorismusbekämpfung. Geschäftspartner mit Bezug zu Vietnam müssen deshalb ebenso gegen die Listen geprüft werden. Ob ein konkretes Geschäft betroffen ist, hängt von Gut, Empfänger und Verwendungszweck ab; die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Ja, unter Umständen. Nach den EU-Sanktionsverordnungen dürfen gelisteten Personen Gelder und wirtschaftliche Ressourcen auch nicht mittelbar bereitgestellt werden. Ein nicht gelistetes Unternehmen ist betroffen, wenn gelistete Personen mehr als 50 % der Anteile halten oder es im Einzelfall kontrollieren; nach der OFAC 50 Percent Rule genügen in den USA 50 % oder mehr. Mit Bezug zu Vietnam stehen derzeit 44 Organisationen auf den Sanktionslisten, deren Beteiligungen eine reine Namensprüfung nicht erkennt.

Länder mit ähnlichem Risikoprofil

Britische Jungferninseln 38 Kenia 39 Angola 35 Bolivien 34 Elfenbeinküste 34

Quellen

Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.

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