Moldau: Sanktionen und Länderrisiko
Für Moldau weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 26 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „mittel“, Rang 41 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 144 aktive Sanktionslisten-Einträge. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 12 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Moldau müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 41 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zu Moldau
Für Unternehmen mit Geschäftsbezug zu Moldau gilt kein umfassendes Embargo. Maßgeblich ist das personenbezogene EU-Sanktionsregime gegen Personen und Organisationen, die die Republik Moldau destabilisieren. Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EU) 2023/888. Der Rat der EU hat diesen Rechtsrahmen am 28. April 2023 auf Ersuchen der Republik Moldau beschlossen und bis April 2027 verlängert. Das Regime sieht Finanzsanktionen gegen gelistete Personen, Organisationen und Einrichtungen vor, also das Einfrieren ihrer Gelder und wirtschaftlichen Ressourcen und das Verbot, ihnen solche Mittel bereitzustellen; hinzu kommt ein Erfüllungsverbot für bestimmte Ansprüche. Moldau ist weder von der FATF gelistet noch von der EU als Drittland mit hohem Risiko eingestuft und steht bei easycompliance in Risikoklasse 3. Für die Praxis heißt das: Der Handel mit Moldau ist nicht länderbezogen beschränkt. Unternehmen müssen aber Geschäftspartner, wirtschaftlich Berechtigte und Zahlungsempfänger fortlaufend mit den aktuellen Sanktionslisten abgleichen.
Mit Bezug zu Moldau stehen 144 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 113 Personen und 31 Organisationen. 2 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Moldau (MDA, MOL); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 12 Einträge hinzu; die Maßnahmen wurden 2-mal durch Verordnungen oder Verordnungsänderungen angepasst. Unsere PEP-Datenbank enthält 5.063 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Moldau.
Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · www.consilium.europa.eu · www.consilium.europa.eu.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Moldau laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 579 PEP-Datensätze mit Bezug zu Moldau neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
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Sanktionsprogramme mit Bezug zu Moldau
Mit Bezug zu Moldau stehen 144 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 113 Personen und 31 Organisationen (EU 35, USA 18, HADDEX 91). 2 Programme richten sich ausdrücklich gegen Moldau, darunter MDA, MOL; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu Moldau
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
MOL Länderprogramm | EU-Republik MoldauRestriktive Maßnahmen des Rates der EU gegen Personen und Organisationen, die für Handlungen verantwortlich sind, die die Souveränität, die Unabhängigkeit, die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit oder die Stabilität der Republik Moldau untergraben oder bedrohen. | EU | 34 | 6 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 26 | 6 |
RUSSIA-EO14024 | Blocking Property With Respect To Specified Harmful Foreign Activities of the Government of the Russian FederationDas Programm wurde von den USA erlassen und wird vom OFAC verwaltet. Es beruht auf der Executive Order 14024 vom 15. April 2021 und richtet sich gegen bestimmte schädliche ausländische Aktivitäten der Regierung der Russischen Föderation. | USA | 15 | 0 |
RU5 | EU-Russische Föderation (destabilisierende Aktivitäten Russlands) | EU | 5 | 0 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 4 | 0 |
RUS | EU-Russische Föderation (Unabhängigkeit der Ukraine untergrabend) | EU | 2 | 0 |
AUS | AU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade) | Australien | 1 | 0 |
CYBER2 | Sanctions Related to Significant Malicious Cyber-Enabled ActivitiesSanktionsprogramm des US-Finanzministeriums (OFAC). Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die für erhebliche böswillige Aktivitäten im Cyberraum verantwortlich sind oder daran beteiligt sind. | USA | 1 | 0 |
GLOMAG | Global Magnitsky Sanctions EO 13818 | USA | 1 | 0 |
PLS | PL-Lista osób i podmiotów objetych sankcjami | Polen | 1 | 0 |
SDGT | Specially Designated Global Terrorist | USA | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu Moldau
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 11.08.2026 | CHSECO - MOLDOVA | Person | R**** G****** |
| 11.08.2026 | CHSECO - MOLDOVA | Person | I*** V********* |
| 11.08.2026 | CHSECO - MOLDOVA | Person | I**** V*** |
| 11.08.2026 | CHSECO - MOLDOVA | Person | A**** J** |
| 15.06.2026 | EG-VO Nr.1358/2026-A01 | Person | R***** G****** |
| 15.06.2026 | EG-VO Nr.1358/2026-A01 | Person | I*** V********* |
| 15.06.2026 | EG-VO Nr.1358/2026-A01 | Person | I**** V*** |
| 15.06.2026 | EG-VO Nr.1358/2026-A01 | Person | A**** U*** |
| 15.06.2026 | EG-VO Nr.1358/2026-A01 | Person | A**** T***** |
| 15.06.2026 | EG-VO Nr.1358/2026-A01 | Person | A**** J** |
| 22.05.2026 | CHSECO - MOLDOVA | Person | A***** L**** |
| 22.05.2026 | CHSECO - MOLDOVA | Person | V******** V******* N**** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | A******* N*********** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | I**** M***** L****** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | V**** G****** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | V******* F****** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | A******** B******** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | M***** V*** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | N**** P******** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | D****** C******** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | A**** E****** C******** |
| 12.08.2025 | CHSECO - MOLDOVA | Person | M***** T***** |
| 15.07.2025 | EG-VO Nr.1444/2025-A01 | Person | V******** V***** |
| 15.07.2025 | EG-VO Nr.1444/2025-A01 | Person | D***** B******** |
| 15.07.2025 | EG-VO Nr.1434/2025-A01 | Organisation | T** C******* E********** C***** o* M****** |
Verordnungen der letzten 12 Monate
| Programm | Rechtsakt | Geändert | Veröffentlicht |
|---|---|---|---|
MOL | (EU) 2026/1358 | Anhang I | 15.06.2026 |
MOL | (EU) 2026/898 | Anhang I | 23.04.2026 |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 43 Einträge mit Bezug zu Moldau neu auf die Listen, davon 12 in den letzten 12 Monaten. Zu Programmen, die sich ausdrücklich gegen Moldau richten, gab es in den letzten 12 Monaten 2 Verordnungen bzw. Verordnungsänderungen.
Embargo: Was für Moldau gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Moldau kein Waffen- oder Wirtschaftsembargo, sondern nur personenbezogene Finanzsanktionen: Gelder der gelisteten Personen und Organisationen sind einzufrieren, und ihnen dürfen weder Gelder noch wirtschaftliche Ressourcen bereitgestellt werden. Weil diese Maßnahmen an gelistete Personen anknüpfen, ist die Prüfung der Geschäftspartner gegen die Sanktionslisten hier das entscheidende Werkzeug.
| Maßnahme | Verordnung (EU) 2023/888zuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2026/898 |
|---|---|
| Waffenembargo | gilt nicht |
| Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung | gilt nicht |
| Güter der internen Repression | gilt nicht |
| Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen | gilt nicht |
| Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen | gilt nicht |
| Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen | gilt nicht |
| Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) | gilt |
| Erfüllungsverbot | gilt |
| Sonstiges | gilt |
Fundstellen: Verordnung (EU) 2023/888
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 2 i.V.m. Anhang I
- Erfüllungsverbot
- Art. 10
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden Art. 18
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Moldau prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu Moldau stehen derzeit 31 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: nicht gelistet
Die FATF führt Moldau derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: nein
Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Moldau nicht.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 42 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Moldau 42 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zu Moldau
Unsere PEP-Datenbank enthält 5.063 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Moldau, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 579 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
Was Unternehmen bei Bezug zu Moldau tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Moldau täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
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So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 26 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Moldau
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Großbritannien 25 Zentralafrikanische Republik 24 Kolumbien 24 Mali 28 USA 28
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.