Länderrisiko · Jemen

Jemen: Sanktionen und Länderrisiko

Für Jemen weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 59 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „hoch“, Rang 11 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 476 aktive Sanktionslisten-Einträge, ein EU-Waffenembargo gegen gelistete Personen, die Graue Liste der FATF und die EU-Liste der Hochrisiko-Drittländer. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 15 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Jemen müssen deshalb laufend geprüft werden.

Tobias Siemssen, LL.M. CEO, Siemssen Consulting GmbH Ich bin Jurist, Steuerberater, Systementwickler, Unternehmer und Investor. Ich habe easycompliance entwickelt und verbinde juristische Expertise praxisnah mit über 15 Jahren Compliance-Erfahrung, neuester Technologie und internationalem Blick. LinkedIn XING E-Mail Telefon KI-Transparenz So entstehen unsere Länderseiten Die Länderinformationen werden mit Hilfe von KI aggregiert – aus den Sanktions- und PEP-Daten von easycompliance sowie aus öffentlichen und privaten Quellen wie EUR-Lex, BAFA, FATF und Reguvis. Rechtsangaben in KI-Texten werden automatisch mit diesen Quellen abgeglichen; die Redaktion kann jeden Text korrigieren. Wie wir KI nutzen Zuletzt aktualisiert:

Sanktionslage mit Bezug zu Jemen

Für Geschäfte mit Bezug zu Jemen gilt in der EU das Sanktionsregime nach Verordnung (EU) 1352/2014. Es richtet sich gegen gelistete Personen und Organisationen, die Frieden, Sicherheit oder Stabilität Jemens gefährden, und ist kein umfassendes Länderembargo. Das BAFA ordnet die Maßnahmen als Waffenembargo gegen gelistete Personen ein. Sie umfassen Ausfuhr- und Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen und ein Erfüllungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen daher weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen bereitgestellt werden. In den USA gelten zusätzlich die von OFAC verwalteten Yemen Sanctions Regulations nach 31 C.F.R. part 552, die bei US-Bezug von Geschäften zu beachten sind. Die FATF führt Jemen auf der Grauen Liste, und die EU stuft das Land als Drittland mit hohem Risiko ein, woraus für geldwäscherechtlich Verpflichtete verstärkte Sorgfaltspflichten folgen. Praktisch bedeutet das für Unternehmen eine laufende Prüfung von Geschäftspartnern, wirtschaftlich Berechtigten und Zahlungsbeteiligten gegen EU- und US-Listen sowie eine vorherige Exportkontrollprüfung bei Rüstungsgütern und damit verbundenen Dienstleistungen.

Mit Bezug zu Jemen stehen 476 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 348 Personen und 128 Organisationen. 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Jemen (JEM, YEM, YEMEN); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 15 Einträge hinzu. Unsere PEP-Datenbank enthält 2.302 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Jemen.

Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · ofac.treasury.gov.

Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Jemen laufend geprüft werden müssen

15neue Listungen mit Bezug zu Jemen in 12 Monaten
alle 24 Tageeine neue Listung im Schnitt
194PEP-Datensätze neu oder mit geändertem Namen in 90 Tagen

Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.

  • Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
  • Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
  • Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
  • Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.

PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend

Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Weil die EU Jemen als Drittland mit hohem Geldwäscherisiko führt, gelten zusätzlich verstärkte Sorgfaltspflichten nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG. Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 194 PEP-Datensätze mit Bezug zu Jemen neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.

So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen

Sanktionsprogramme mit Bezug zu Jemen

Mit Bezug zu Jemen stehen 476 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 348 Personen und 128 Organisationen (EU 26, USA 160, HADDEX 290). 3 Programme richten sich ausdrücklich gegen Jemen, darunter JEM, YEM, YEMEN; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.

Listungen und Daten im Detail

Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.

Alle Programme mit Bezug zu Jemen

CodeProgrammHerausgeberEinträgeNeu
(12 M.)
JEM LänderprogrammEU-JemenDie Europäische Union hat dieses Programm mit der Verordnung (EU) Nr. 1352/2014 erlassen. Es richtet sich mit restriktiven Maßnahmen wie dem Einfrieren von Geldern gegen Personen und Organisationen, die den Frieden, die Sicherheit oder die Stabilität Jemens bedrohen.EU110
YEMEN LänderprogrammYemen Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 552USA100
SDGTSpecially Designated Global TerroristUSA14111
AUSAU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade)Australien273
HMTUK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury)Vereinigtes Königreich261
SECCH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs)Schweiz250
UNSUN-United Nations Security Council Consolidated ListVereinte Nationen240
TALEU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden)EU130
GLOMAGGlobal Magnitsky Sanctions EO 13818USA70
IRAQ2Iraq Sanctions IIUSA30
FTOForeign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597USA20
IFSRIranian Financial Sanctions Regulations, 31 CFR part 561Die USA haben die Iranian Financial Sanctions Regulations (31 CFR part 561) erlassen. Sie richten sich gegen ausländische Finanzinstitute, die bestimmte Transaktionen oder Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit Iran erleichtern.USA20
IRQEU-IrakEU20
METJP-Japanese End User List METI (Ministry of Economy, Trade and Industry)Japan20
IRGCIslamic Revolutionary Guard CorpsUSA10

Neueste Listungen mit Bezug zu Jemen

DatumListe / ProgrammTypName
24.02.2026AUDFATOrganisationT** H******
24.02.2026AUDFATPerson'**** M******* '******** B** A***
24.02.2026AUDFATPersonS**** A**** S**** H*****
16.01.2026UKHMTPersonM***** A*** A*********
16.01.2026USSDN - SDGTPersonE****** A**** A******* A********
16.01.2026USSDN - SDGTPersonW***** F**** S**** B*******
16.01.2026USSDN - SDGTPersonZ*** '*** A**** A*********
16.01.2026USSDN - SDGTOrganisationA* S****** O** C******** S*******
16.01.2026USSDN - SDGTPersonA*** M******* A******* A* M******
16.01.2026USSDN - SDGTPersonA**** H**** M******* D****
16.01.2026USSDN - SDGTOrganisationS*** A******
16.01.2026USSDN - SDGTOrganisationB***** A******* A** C**** C****** L******
16.01.2026USSDN - SDGTOrganisationA********* E******* A** T******* C******
16.01.2026USSDN - SDGTOrganisationW*** K**** C** F** L******** S*******
08.01.2026USSDN - SDGTPersonK***** M******* K*****
17.10.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonG***** A******* A** a*******
17.10.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA*******
17.10.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPersonA**** N***** A****** A********
17.10.2025CHSECO - ISIL-ALQAIDAPerson'**** M******* '******** B** A***
11.09.2025USSDN - SDGTPersonM******* A**** A*******
11.09.2025USSDN - SDGTOrganisationK****** I******* A** I********* C******
11.09.2025USSDN - SDGTOrganisationY**** A****** C************ S******* S******* A** E********** O*********** C****** L**
11.09.2025USSDN - SDGTPersonI****** M***** A*********
11.09.2025USSDN - SDGTPersonA******* M***** S**** A*******
11.09.2025USSDN - SDGTOrganisationG****** H****** C********** F** R*** E***** D********** A** I*********

Neueste PEP-Einträge mit Bezug zu Jemen

Nur Funktionsbereich, ohne Angehörige und nahestehende Personen.

Neu/geändertFunktionsbereichName
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA******* A** B******
02.09.2026Militär & SicherheitA******** M******* A****
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA********* A******* A*******
02.09.2026Regierung & VerwaltungY**** M******* Y**** K*****
02.09.2026Militär & SicherheitA**** A********
02.09.2026Regierung & VerwaltungA**** S*** A**** A* S******
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA**** A**** L**** A* M******
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionG********* B*** A***
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionS**** Y***** M*******
02.09.2026Regierung & VerwaltungQ*** A*** S****
02.09.2026Militär & SicherheitM******* N***** A**** A**** Q***
02.09.2026Sonstige öffentliche FunktionA********* A******* A**** A* O****
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankH****** S**** A* M*****
02.09.2026Regierung & VerwaltungM******* A* N*****
02.09.2026Staatsunternehmen & ZentralbankA**** M******* A**** J*****
02.09.2026Militär & SicherheitA********* Q*** A******** A* J*****
02.09.2026Regierung & VerwaltungY**** H*****
02.09.2026Regierung & VerwaltungA**** S**** A**** A********
02.09.2026Regierung & VerwaltungT**** A******* A** A*******
02.09.2026Regierung & VerwaltungW**** A** I*****

Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen

In den letzten 24 Monaten kamen 94 Einträge mit Bezug zu Jemen neu auf die Listen, davon 15 in den letzten 12 Monaten.

0102030Nov 2024: 0 neue ListungenDez 2024: 10 neue ListungenJan 2025: 1 neue ListungJan 25Feb 2025: 0 neue ListungenMär 2025: 11 neue ListungenApr 2025: 6 neue ListungenApr 25Mai 2025: 1 neue ListungJun 2025: 22 neue ListungenJul 2025: 5 neue ListungenJul 25Aug 2025: 0 neue ListungenSep 2025: 19 neue ListungenOkt 2025: 4 neue ListungenOkt 25Nov 2025: 0 neue ListungenDez 2025: 0 neue ListungenJan 2026: 12 neue ListungenJan 26Feb 2026: 3 neue ListungenMär 2026: 0 neue ListungenApr 2026: 0 neue ListungenApr 26Mai 2026: 0 neue ListungenJun 2026: 0 neue ListungenJul 2026: 0 neue ListungenJul 26Aug 2026: 0 neue ListungenSep 2026: 0 neue ListungenOkt 2026: 0 neue ListungenOkt 26

Embargo: Was für Jemen gilt

Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Jemen ein Waffenembargo gegen gelistete Personen. Es umfasst: Ausfuhrbeschränkungen, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Das Waffenembargo gilt nicht landesweit, sondern für Lieferungen von Rüstungsgütern an gelistete Personen; die BAFA führt es deshalb in der Spalte „Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen“. Im eLI zählt es mit 15 Punkten zur Komponente „Sanktionsprogramme & Embargo“ (Waffenembargo 15, Wirtschaftsembargo 15 Punkte).

Embargo-Matrix Jemen laut BAFA-Übersicht, Stand 15.06.2026
MaßnahmeVerordnung (EU) 1352/2014zuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2024/2465
Waffenembargogilt nicht
Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnunggilt nicht
Güter der internen Repressiongilt nicht
Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen gilt
Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungengilt nicht
Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen gilt
Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) gilt
Erfüllungsverbot gilt
Sonstiges gilt
Fundstellen: Verordnung (EU) 1352/2014
Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen
  • Verkauf, Ausfuhr und Durchfuhr von Rüstungsgütern an die in Anhang I benannten Personen § 74 Abs. II Nr. 5 AWV i.V.m. Art. 3
Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen
  • Dienstleistungen i. Z. m. militärischen Verwendungen und Rüstungsgütern zugunsten von Personen, die in Anhang I aufgeführt sind. Art. 1a i.V.m. Anhang I
Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
  • Art. 2 i.V.m. Anhang I
Erfüllungsverbot
  • Art. 12
Sonstiges
  • Zusammenarbeit mit Behörden Art. 7,9

Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.

Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Jemen prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel

128gelistete Organisationen mit Bezug zu Jemen
> 50 %Eigentum – Schwelle der EU
≥ 50 %OFAC 50 Percent Rule (USA)

Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.

Mit Bezug zu Jemen stehen derzeit 128 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei einem Länderrisiko der Klasse „hoch“ lohnt sich der Blick auf die Eigentümerstruktur von Geschäftspartnern besonders.

Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.

SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel

FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex

FATF-Einstufung: Graue Liste

Die FATF führt Jemen auf ihrer Grauen Liste („Jurisdictions under Increased Monitoring“): Strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden unter verstärkter Beobachtung abgearbeitet. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.

EU-Hochrisiko-Drittland: ja

Die EU führt Jemen auf der Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675). Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz müssen bei Bezug zu Jemen verstärkte Sorgfaltspflichten nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG erfüllen.

Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 13 von 100

Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Jemen 13 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.

PEP-Daten mit Bezug zu Jemen

Unsere PEP-Datenbank enthält 2.302 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Jemen, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 194 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Die neuesten Einträge stehen maskiert und nur mit Funktionsbereich unter Listungen & Daten.

Was Unternehmen bei Bezug zu Jemen tun sollten

  • Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Jemen täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
    Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen
  • 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
    Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern
  • Güter und Endverwendung klären. Das Waffenembargo gegen gelistete Personen betrifft bestimmte Güter, Dienstleistungen und Zahlungen. Vor Lieferungen Güterlisten, Genehmigungspflichten und das Bereitstellungsverbot prüfen.
    Das Bereitstellungsverbot
  • US-Listen einbeziehen. 160 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
    Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen
  • Verstärkte Sorgfaltspflichten. Für GwG-Verpflichtete gelten bei Bezug zu Jemen verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 GwG). Dazu gehört die Prüfung auf politisch exponierte Personen.
    PEP-Prüfung · PEP-Angebot anfordern
Ihr Geschäft mit Jemen

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So setzt sich der eLI-Score zusammen

Der Score von 59 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.

Sanktionsintensität · 40 %
35 /100 · 13,8 P.
Sanktionsprogramme & Embargo · 15 %
90 /100 · 13,5 P.
Sanktionsdynamik (12 Monate) · 10 %
0 /100 · 0,0 P.
Amtliche Einstufungen (FATF / EU) · 25 %
100 /100 · 25,0 P.
PEP-Dichte · 10 %
62 /100 · 6,2 P.

Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Jemen

Ja. Mit Bezug zu Jemen stehen 476 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 348 Personen und 128 Organisationen (Stand 27.10.2026). 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Jemen, darunter JEM, YEM, YEMEN. Zusätzlich besteht ein EU-Waffenembargo gegen gelistete Personen (Ausfuhrbeschränkungen, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges). Die Pflicht, Geschäftspartner zu prüfen, folgt aus den EU-Verordnungen (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002 sowie den länderbezogenen EU-Verordnungen.

Weil sich die Listen laufend ändern: In den letzten 12 Monaten kamen 15 Einträge mit Bezug zu Jemen neu hinzu. Neue Listungen gelten in der Regel ab dem Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU – ohne Übergangsfrist und auch für bestehende Geschäftsbeziehungen. Wer einem inzwischen gelisteten Partner weiter Gelder oder Waren bereitstellt, verstößt gegen das Bereitstellungsverbot und macht sich nach § 18 AWG strafbar. Deshalb sollten Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende täglich gegen die aktuellen Listen geprüft werden.

Die FATF führt Jemen auf ihrer Grauen Liste („Jurisdictions under Increased Monitoring“): Strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden unter verstärkter Beobachtung abgearbeitet. Die Einstufung fließt mit 55 Punkten in die Komponente „Amtliche Einstufungen“ des eLI ein (Gewicht 25 %). Die FATF aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober.

Ja. Die EU führt Jemen auf der Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675). Bei Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit Bezug zu Jemen müssen Verpflichtete nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG verstärkte Sorgfaltspflichten erfüllen, etwa zusätzliche Informationen über den Vertragspartner und die Herkunft der Mittel einholen.

Für Verpflichtete nach § 2 GwG ja: Sie müssen klären, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte PEP sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG), und die Geschäftsbeziehung kontinuierlich überwachen (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Weil die EU Jemen als Drittland mit hohem Geldwäscherisiko führt, gelten zusätzlich verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG). Der PEP-Status ändert sich laufend durch Wahlen und Ernennungen: In den letzten 90 Tagen kamen 194 PEP-Datensätze mit Bezug zu Jemen neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Für Unternehmen, die nicht unter das Geldwäschegesetz fallen, besteht keine gesetzliche PEP-Prüfpflicht.

Ja. Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Jemen ein EU-Waffenembargo gegen gelistete Personen (nicht landesweit, sondern für Lieferungen von Rüstungsgütern an gelistete Personen); es umfasst Ausfuhrbeschränkungen, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Rechtsgrundlage ist Verordnung (EU) 1352/2014, eine EU-Verordnung nach Art. 215 AEUV, die in allen Mitgliedstaaten unmittelbar gilt. Ob ein konkretes Geschäft betroffen ist, hängt von Gut, Empfänger und Verwendungszweck ab; die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Ja, unter Umständen. Nach den EU-Sanktionsverordnungen dürfen gelisteten Personen Gelder und wirtschaftliche Ressourcen auch nicht mittelbar bereitgestellt werden. Ein nicht gelistetes Unternehmen ist betroffen, wenn gelistete Personen mehr als 50 % der Anteile halten oder es im Einzelfall kontrollieren; nach der OFAC 50 Percent Rule genügen in den USA 50 % oder mehr. Mit Bezug zu Jemen stehen derzeit 128 Organisationen auf den Sanktionslisten, deren Beteiligungen eine reine Namensprüfung nicht erkennt.

Länder mit ähnlichem Risikoprofil

Libanon 57 Südsudan 51 Demokratische Republik Kongo 70 Haiti 48 Venezuela 71

Quellen

Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.

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