Libanon: Sanktionen und Länderrisiko
Für Libanon weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 57 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „hoch“, Rang 13 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 972 aktive Sanktionslisten-Einträge, ein EU-Waffenembargo, die Graue Liste der FATF und die EU-Liste der Hochrisiko-Drittländer. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 52 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Libanon müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 13 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zu Libanon
Für Unternehmen mit Geschäftsbezug zu Libanon weist die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) ein Waffenembargo auf Grundlage der Verordnung (EG) 1412/2006 aus, ergänzt um die Einstufung als Dual-Use-Embargoland sowie Dienstleistungsbeschränkungen und Finanzsanktionen. Lieferungen militärischer Güter, damit verbundene technische Hilfe und Finanzierungen sowie Ausfuhren von Dual-Use-Gütern sind daher vorab auf Verbote und Genehmigungspflichten zu prüfen. Die USA unterhalten mit dem von OFAC verwalteten Programm Lebanon Sanctions ein Länderprogramm, das Vermögenswerte gelisteter Personen und Organisationen sperrt und bei Bezug zu US-Personen, US-Dollar oder US-Waren relevant ist. Die FATF führt Libanon seit Oktober 2024 auf der Grauen Liste der Länder unter verstärkter Beobachtung, und die EU stuft das Land als Drittland mit hohem Geldwäscherisiko ein, woraus für Verpflichtete verstärkte Sorgfaltspflichten folgen. In der easycompliance-Bewertung gilt Risikoklasse 4, weshalb Geschäftspartner, wirtschaftlich Berechtigte und Zahlungswege fortlaufend gegen EU- und US-Sanktionslisten geprüft werden sollten.
Mit Bezug zu Libanon stehen 972 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 533 Personen und 439 Organisationen. 1 Sanktionsprogramm richtet sich ausdrücklich gegen Libanon (LEBANON); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 52 Einträge hinzu. Unsere PEP-Datenbank enthält 2.549 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Libanon.
Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · ofac.treasury.gov · www.fatf-gafi.org · www.fatf-gafi.org.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Libanon laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Weil die EU Libanon als Drittland mit hohem Geldwäscherisiko führt, gelten zusätzlich verstärkte Sorgfaltspflichten nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG. Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 264 PEP-Datensätze mit Bezug zu Libanon neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen
Sanktionsprogramme mit Bezug zu Libanon
Mit Bezug zu Libanon stehen 972 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 533 Personen und 439 Organisationen (EU 12, USA 439, HADDEX 521). 1 Programm richtet sich ausdrücklich gegen Libanon, darunter LEBANON; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu Libanon
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
LEBANON Länderprogramm | Lebanon Sanctions | USA | 16 | 0 |
SDGT | Specially Designated Global Terrorist | USA | 352 | 40 |
AUS | AU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade) | Australien | 22 | 1 |
ENT | US-Entity List | USA | 21 | 0 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 21 | 5 |
SDNTK | Specially Designated Narcotics Traffickers (Kingpin Act) | USA | 20 | 0 |
IFSR | Iranian Financial Sanctions Regulations, 31 CFR part 561Die USA haben die Iranian Financial Sanctions Regulations (31 CFR part 561) erlassen. Sie richten sich gegen ausländische Finanzinstitute, die bestimmte Transaktionen oder Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit Iran erleichtern. | USA | 15 | 1 |
NPWMD | Non-proliferation Sanctions Weapons of Mass DestructionUS-Sanktionsprogramm zur Nichtverbreitung, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die an der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und ihren Trägersystemen beteiligt sind oder diese unterstützen. | USA | 12 | 0 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 11 | 0 |
IRGC | Islamic Revolutionary Guard Corps | USA | 10 | 1 |
MET | JP-Japanese End User List METI (Ministry of Economy, Trade and Industry) | Japan | 9 | 0 |
DPL | US-Denied Persons ListDie Denied Persons List wird vom Bureau of Industry and Security (BIS) im US-Handelsministerium geführt. Sie erfasst Personen und Unternehmen, denen die Exportberechtigung entzogen wurde. Geschäfte mit ihnen über Güter, die dem US-Exportrecht unterliegen, sind untersagt. | USA | 6 | 3 |
UNS | UN-United Nations Security Council Consolidated List | Vereinte Nationen | 5 | 0 |
PAARSSR-EO13894 | Executive Order 13894, as amended by Executive Order 14142 and the Executive Order of June 30, 2025US-Sanktionsprogramm auf Grundlage der Executive Order 13894 mit ihren Änderungen, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die mit der Lage in Syrien in Verbindung stehen, unter anderem mit dem früheren Assad-Regime und der Destabilisierung der Region. | USA | 4 | 2 |
FTO | Foreign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597 | USA | 3 | 0 |
HPJ | EU-Hamas und Palästinensisch Islamischer DschihadDer Rat der EU hat diesen Sanktionsrahmen im Januar 2024 eingerichtet. Er richtet sich gegen Personen und Organisationen, die Gewalttaten der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad unterstützen, erleichtern oder ermöglichen. | EU | 3 | 0 |
FRA | FR-France Dispositif national de gel | Frankreich | 2 | 0 |
IRAN | Iran Sanctions; Iranian Transactions and Sanctions Regulations - ITSR (E.O.13599)Dies ist ein US-Sanktionsprogramm gegen Iran. Es beruht auf den vom OFAC verwalteten Iranian Transactions and Sanctions Regulations (ITSR) und auf der Executive Order 13599, die Vermögen der iranischen Regierung und iranischer Finanzinstitute sperrt. | USA | 2 | 1 |
LBY | EU-LibyenDie Europäische Union hat dieses Programm mit der Verordnung (EU) 2016/44 erlassen. Es sieht restriktive Maßnahmen angesichts der Lage in Libyen vor, darunter das Einfrieren von Geldern gelisteter Personen und Organisationen. | EU | 2 | 0 |
NPS | US-Nonproliferation Sanctions (Listen siehe unten) | USA | 2 | 1 |
SYR | EU-Syrien | EU | 2 | 0 |
TAL | EU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden) | EU | 2 | 0 |
BELARUS-EO14038 | Executive Order 14038Die USA haben das Programm mit der Executive Order 14038 erlassen, die Verwaltung liegt beim OFAC. Es weitet die Sanktionen in Bezug auf Belarus aus und richtet sich gegen Personen und Organisationen, die die belarussische Regierung unterstützen oder in bestimmten Wirtschaftssektoren des Landes tätig sind. | USA | 1 | 0 |
ELECTION-EO13848 | Imposing Certain Sanctions in the Event of Foreign Interference in a United States Election | USA | 1 | 0 |
GLOMAG | Global Magnitsky Sanctions EO 13818 | USA | 1 | 0 |
HRV | EU-Schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstößeDer Rat der EU hat diese globale Sanktionsregelung am 7. Dezember 2020 mit dem Beschluss (GASP) 2020/1999 geschaffen. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die weltweit für schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstöße verantwortlich sind. | EU | 1 | 0 |
IRAN-EO13902 | Imposing Sanctions With Respect to Additional Sectors of IranExecutive Order 13902 der USA, die OFAC im Rahmen der Iran-Sanktionen verwaltet. Sie erlaubt Sanktionen in Bezug auf weitere Sektoren der iranischen Wirtschaft. | USA | 1 | 0 |
IRAQ2 | Iraq Sanctions II | USA | 1 | 0 |
IRQ | EU-Irak | EU | 1 | 0 |
TCO | Transnational Criminal Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 590; Executive Order 13581 | USA | 1 | 0 |
TER | EU-Bekämpfung des Terrorismus | EU | 1 | 0 |
UNV | US-Unverified List | USA | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu Libanon
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 10.09.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | G*** P** S*** |
| 10.09.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | Y***** I****** M****** A** P****** F** E******* |
| 10.09.2026 | USSDN - SDGT | Person | M***** J**** Z********* |
| 10.09.2026 | USSDN - SDGT | Person | G***** H****** W**** |
| 10.09.2026 | USSDN - SDGT | Person | A******* H***** |
| 10.09.2026 | USSDN - SDGT | Person | H****** I****** |
| 09.09.2026 | UKHMT | Organisation | A****** A******* |
| 25.06.2026 | USSDN - SDGT | Person | M****** A************* F***** |
| 25.06.2026 | USSDN - IRAN, SDGT, IRGC, IFSR | Person | M******* R*** R**** S******* |
| 25.06.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | G***** R***** F********** I*** |
| 18.06.2026 | USSDN - SDGT | Person | S****** A****** F****** |
| 18.06.2026 | USSDN - SDGT | Person | M****** Q***** |
| 18.06.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | T*** S** |
| 18.06.2026 | USSDN - SDGT | Person | W*** C********* |
| 18.06.2026 | USSDN - SDGT | Organisation | G**** T********* P******** S*** |
| 06.06.2026 | AUDFAT | Person | Z*** a********** |
| 21.05.2026 | USSDN - SDGT | Person | A**** A**** B******* |
| 21.05.2026 | USSDN - SDGT | Person | A** A**** S***** |
| 21.05.2026 | USSDN - SDGT | Person | S**** '***** H***** |
| 21.05.2026 | USSDN - SDGT | Person | K****** N***** E**** |
| 21.05.2026 | USSDN - SDGT | Person | I****** A********** |
| 21.05.2026 | USSDN - SDGT | Person | H****** A****** H***** |
| 21.05.2026 | USSDN - SDGT | Person | H***** N*********** F******** |
| 20.03.2026 | USSDN - SDGT | Person | M****** J**** S***** |
| 20.03.2026 | USSDN - SDGT | Person | M*** B******* |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 97 Einträge mit Bezug zu Libanon neu auf die Listen, davon 52 in den letzten 12 Monaten.
Embargo: Was für Libanon gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Libanon ein Waffenembargo. Es umfasst: Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Sonstiges. Im eLI zählt es mit 15 Punkten zur Komponente „Sanktionsprogramme & Embargo“ (Waffenembargo 15, Wirtschaftsembargo 15 Punkte).
| Maßnahme | Verordnung (EG) 1412/2006zuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2024/2465 |
|---|---|
| Waffenembargo | gilt |
| Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung | gilt |
| Güter der internen Repression | gilt nicht |
| Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen | gilt nicht |
| Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen | gilt nicht |
| Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen | gilt |
| Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) | gilt |
| Erfüllungsverbot | gilt nicht |
| Sonstiges | gilt |
Fundstellen: Verordnung (EG) 1412/2006
- Waffenembargo
- §§ 74ff. AWV in Bezug auf Güter des Teil I Abschnitt A der Ausfuhrliste
- Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen
- Dienstleistungen i. Z. m. Rüstungsgütern Art. 2a der Verordnung (EG) 1412/2006
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 2 i.V.m. Anhang I der Verordnung (EU) 2021/1275
- Verbote i. Z. m. militärischen Aktivitäten über Art. 2b der Verordnung (EG) 1412/2006
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden
- Art. 8 der Verordnung (EU) 2021/1275
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Libanon prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu Libanon stehen derzeit 439 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei einem Länderrisiko der Klasse „hoch“ lohnt sich der Blick auf die Eigentümerstruktur von Geschäftspartnern besonders.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: Graue Liste
Die FATF führt Libanon auf ihrer Grauen Liste („Jurisdictions under Increased Monitoring“): Strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden unter verstärkter Beobachtung abgearbeitet. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: ja
Die EU führt Libanon auf der Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675). Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz müssen bei Bezug zu Libanon verstärkte Sorgfaltspflichten nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG erfüllen.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 23 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Libanon 23 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zu Libanon
Unsere PEP-Datenbank enthält 2.549 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Libanon, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 264 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
Was Unternehmen bei Bezug zu Libanon tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Libanon täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern - Güter und Endverwendung klären. Das Waffenembargo betrifft bestimmte Güter, Dienstleistungen und Zahlungen. Vor Lieferungen Güterlisten, Genehmigungspflichten und das Bereitstellungsverbot prüfen.
Das Bereitstellungsverbot - US-Listen einbeziehen. 439 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen - Verstärkte Sorgfaltspflichten. Für GwG-Verpflichtete gelten bei Bezug zu Libanon verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 GwG). Dazu gehört die Prüfung auf politisch exponierte Personen.
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So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 57 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Libanon
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Jemen 59 Südsudan 51 Haiti 48 Demokratische Republik Kongo 70 Venezuela 71
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.