Myanmar: Sanktionen und Länderrisiko
Für Myanmar weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 68 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „hoch“, Rang 7 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 919 aktive Sanktionslisten-Einträge, ein EU-Waffen- und Wirtschaftsembargo, die Schwarze Liste der FATF und die EU-Liste der Hochrisiko-Drittländer. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 23 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Myanmar müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 7 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zu Myanmar
Für Myanmar gelten das EU-Sanktionsregime nach Verordnung (EU) 401/2013, vom Rat der EU zuletzt bis 30. April 2027 verlängert, sowie das US-Programm nach Executive Order 14014. Laut BAFA-Übersicht (Stand 15.06.2026) besteht ein Waffen- und Wirtschaftsembargo mit Waffenembargo, Dual-Use-Embargo, Maßnahmen gegen interne Repression, Ausfuhr- und Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen und Erfüllungsverbot. Die EU verbietet unter anderem die Ausfuhr von Dual-Use-Gütern für Militär und Grenzpolizei, beschränkt die Ausfuhr von Ausrüstung zur Überwachung von Kommunikation und untersagt, gelisteten Personen und Organisationen Gelder zur Verfügung zu stellen. Die FATF führt Myanmar auf ihrer Schwarzen Liste und ruft zu verstärkten Sorgfaltspflichten auf, zudem gilt Myanmar in der EU als Drittland mit hohem Risiko. Für Unternehmen bedeutet dies die Prüfung von Geschäftspartnern, Eigentümern und Endverwendern gegen EU- und US-Sanktionslisten, eine exportkontrollrechtliche Prüfung vor Lieferungen und verstärkte Sorgfaltspflichten bei Transaktionen mit Myanmar-Bezug.
Mit Bezug zu Myanmar stehen 919 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 633 Personen und 286 Organisationen. 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Myanmar (BURMA-EO14014, MMR, MYA); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 23 Einträge hinzu; die Maßnahmen wurden einmal durch eine Verordnung oder Verordnungsänderung angepasst. Unsere PEP-Datenbank enthält 3.724 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Myanmar.
Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: www.consilium.europa.eu · www.consilium.europa.eu · www.consilium.europa.eu · www.fatf-gafi.org.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Myanmar laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Weil die EU Myanmar als Drittland mit hohem Geldwäscherisiko führt, gelten zusätzlich verstärkte Sorgfaltspflichten nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG. Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 301 PEP-Datensätze mit Bezug zu Myanmar neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
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Sanktionsprogramme mit Bezug zu Myanmar
Mit Bezug zu Myanmar stehen 919 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 633 Personen und 286 Organisationen (EU 131, USA 216, HADDEX 572). 3 Programme richten sich ausdrücklich gegen Myanmar, darunter BURMA-EO14014, MMR, MYA; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu Myanmar
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
BURMA-EO14014 Länderprogramm | Executive Order 14014Die USA haben das Programm mit der Executive Order 14014 erlassen, die Verwaltung liegt beim OFAC. Es reagiert auf den Militärputsch in Myanmar (Burma) und richtet sich gegen das Militär und gegen Personen, die die Demokratie im Land untergraben. | USA | 153 | 8 |
MYA Länderprogramm | EU-Myanmar/BurmaRestriktive Maßnahmen des Rates der EU in Bezug auf Myanmar/Burma. Dazu gehören ein Waffenembargo, Ausfuhrbeschränkungen sowie das Einfrieren von Vermögenswerten und Einreiseverbote gegen Personen und Organisationen, die unter anderem für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. | EU | 127 | 0 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 112 | 0 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 78 | 2 |
AUS | AU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade) | Australien | 29 | 0 |
SDNTK | Specially Designated Narcotics Traffickers (Kingpin Act) | USA | 28 | 5 |
ENT | US-Entity List | USA | 18 | 0 |
GLOMAG | Global Magnitsky Sanctions EO 13818 | USA | 13 | 0 |
TCO | Transnational Criminal Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 590; Executive Order 13581 | USA | 13 | 2 |
CYBER4 | Executive Order 13694; Executive Order 13757; Executive Order 14144; Executive Order 14306US-Sanktionen auf Grundlage der Executive Orders 13694, 13757, 14144 und 14306, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich gegen Personen und Organisationen, die für erhebliche böswillige Aktivitäten im Cyberraum verantwortlich sind. | USA | 8 | 8 |
HRV | EU-Schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstößeDer Rat der EU hat diese globale Sanktionsregelung am 7. Dezember 2020 mit dem Beschluss (GASP) 2020/1999 geschaffen. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die weltweit für schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstöße verantwortlich sind. | EU | 7 | 6 |
DPRK | North Korea Sanctions Regulations (E.O.13551)US-Sanktionen gegen Nordkorea nach den North Korea Sanctions Regulations auf Grundlage der Executive Order 13551, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich u. a. gegen Personen, die am Waffenhandel, am Handel mit Luxusgütern oder an illegalen Wirtschaftsaktivitäten Nordkoreas beteiligt sind. | USA | 4 | 0 |
DPRK2 | North Korea Sanctions Regulations (E.O.13687)US-Sanktionen gegen Nordkorea nach den North Korea Sanctions Regulations auf Grundlage der Executive Order 13687, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich gegen Amtsträger, Behörden und sonstige Stellen der Regierung Nordkoreas und der Arbeiterpartei Koreas. | USA | 2 | 0 |
MEU | US-Military End User List / Military Intelligence End Users ListListe des US-Handelsministeriums (Bureau of Industry and Security). Sie richtet sich gegen ausländische Stellen, die als militärische Endverwender oder als Endverwender militärischer Nachrichtendienste eingestuft sind. Für Ausfuhren an diese Stellen gelten zusätzliche Genehmigungspflichten. | USA | 2 | 0 |
NKO | EU-Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea)Restriktive Maßnahmen des Rates der EU gegen die Demokratische Volksrepublik Korea. Sie setzen Maßnahmen der Vereinten Nationen um, ergänzen diese durch eigene EU-Maßnahmen und richten sich gegen die Nuklear- und ballistischen Raketenprogramme des Landes sowie gegen daran beteiligte Personen und Organisationen. | EU | 2 | 0 |
UNS | UN-United Nations Security Council Consolidated List | Vereinte Nationen | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu Myanmar
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 09.09.2026 | USSDN - TCO | Organisation | X**** G******** |
| 30.07.2026 | EG-VO Nr.1895/2026-A01 | Organisation | D********* K**** B********* A*** |
| 30.07.2026 | EG-VO Nr.1895/2026-A01 | Person | S** E* L* H*** |
| 30.07.2026 | EG-VO Nr.1895/2026-A01 | Person | S** S*** |
| 30.07.2026 | EG-VO Nr.1895/2026-A01 | Person | S** S**** |
| 30.07.2026 | EG-VO Nr.1895/2026-A01 | Person | K* S** |
| 30.07.2026 | EG-VO Nr.1895/2026-A01 | Person | S** S** A*** |
| 27.07.2026 | USSDN - SDNTK | Person | Y* L**** P** |
| 27.07.2026 | USSDN - SDNTK | Person | A*** H** |
| 27.07.2026 | USSDN - SDNTK | Person | O* O* K**** |
| 27.07.2026 | USSDN - SDNTK | Person | N**** W** T*** |
| 27.07.2026 | USSDN - SDNTK | Person | H**** K*** W** |
| 23.06.2026 | USSDN - TCO | Person | B* C*** |
| 10.02.2026 | UKHMT | Organisation | S** O** |
| 16.01.2026 | UKHMT | Person | S** L***** |
| 12.11.2025 | USSDN - BURMA-EO14014, CYBER4 | Person | C**** S***** |
| 12.11.2025 | USSDN - BURMA-EO14014, CYBER4 | Person | S** S** A*** |
| 12.11.2025 | USSDN - BURMA-EO14014, CYBER4 | Person | S** S*** W** |
| 12.11.2025 | USSDN - BURMA-EO14014, CYBER4 | Person | S** S**** |
| 12.11.2025 | USSDN - BURMA-EO14014, CYBER4 | Person | S** K*** H** |
| 12.11.2025 | USSDN - BURMA-EO14014, CYBER4 | Organisation | D********* K**** B********* A*** |
| 12.11.2025 | USSDN - BURMA-EO14014, CYBER4 | Organisation | T**** S*** C****** L****** |
| 12.11.2025 | USSDN - BURMA-EO14014, CYBER4 | Organisation | T**** A*** I************ H****** G**** T******* C****** L****** |
| 25.09.2025 | USSDN - DPRK, BURMA-EO14014 | Person | A*** K* K* O* |
| 25.09.2025 | USSDN - DPRK, BURMA-EO14014 | Person | K*** T** M** M**** |
Neueste PEP-Einträge mit Bezug zu Myanmar
Nur Funktionsbereich, ohne Angehörige und nahestehende Personen.
| Neu/geändert | Funktionsbereich | Name |
|---|---|---|
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | N***** L** L** T**** |
| 24.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | T*** T** A*** |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | T** L* |
| 24.09.2026 | Justiz | M**** M** |
| 24.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | P*** P*** E* |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | M** Z**** H***** |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | K***** K***** S** |
| 24.09.2026 | Militär & Sicherheit | K*** K* H**** |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | A* C*** |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | T*** A*** |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | T**** Z** L*** |
| 24.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | H** N**** |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | T*** Z** L*** |
| 24.09.2026 | Justiz | T** M** |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | T***** N**** O* |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | N**** T*** O* |
| 24.09.2026 | Staatsunternehmen & Zentralbank | Y* A** |
| 24.09.2026 | Regierung & Verwaltung | A*** Z*** |
| 24.09.2026 | Militär & Sicherheit | T** M** L** |
| 24.09.2026 | Justiz | S* S* W** |
Verordnungen der letzten 12 Monate
| Programm | Rechtsakt | Geändert | Veröffentlicht |
|---|---|---|---|
MYA | (EU) 2026/926 | Anhang IV | 29.04.2026 |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 63 Einträge mit Bezug zu Myanmar neu auf die Listen, davon 23 in den letzten 12 Monaten. Zu Programmen, die sich ausdrücklich gegen Myanmar richten, gab es in den letzten 12 Monaten 1 Verordnung bzw. Verordnungsänderung.
Embargo: Was für Myanmar gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Myanmar ein Waffen- und Wirtschaftsembargo. Es umfasst: Waffenembargo, Dual-Use-Embargoland, interne Repression, Ausfuhrbeschränkungen, Dienstleistungsbeschränkungen, Finanzsanktionen, Erfüllungsverbot, Sonstiges. Im eLI zählt es mit 30 Punkten zur Komponente „Sanktionsprogramme & Embargo“ (Waffenembargo 15, Wirtschaftsembargo 15 Punkte).
| Maßnahme | Verordnung (EU) 401/2013zuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2026/926 |
|---|---|
| Waffenembargo | gilt |
| Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung | gilt |
| Güter der internen Repression | gilt |
| Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen | gilt |
| Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen | aufgehoben |
| Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen | gilt |
| Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) | gilt |
| Erfüllungsverbot | gilt |
| Sonstiges | gilt |
Fundstellen: Verordnung (EU) 401/2013
- Waffenembargo
- §§ 74ff. AWV in Bezug auf Güter des Teil I Abschnitt A der Ausfuhrliste
- Güter der internen Repression
- Art. 2 mit Anhang I
- Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen
- Alle gelistete Dual-Use-Güter des Anhangs I der Verordnung (EU) 2021/821 Verbot der Ausfuhr von Gütern des Anhangs I der Verordnung (EU) 2021/821, sofern diese für militärische Endnutzer oder die Grenzschutzpolizei bestimmt sind bzw. bestimmt sein könnten (Art. 3a Abs. I i.V.m. Anhang I)
- Ausrüstungen zur Kommunikationsüberwachung Art. 3b Abs. I i.V.m. Anhang III
- Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen (aufgehoben)
- Aufgehoben mit Verordnung (EU) 401/2013
- Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen
- Rüstungsgütern und Gütern der internen Repression Art. 3
- Gelisteten Dual-Use-Güter des Anhangs I der Verordnung (EU) 2021/821, sofern diese für militärische Endnutzer oder die Grenzschutzpolizei bestimmt sind bzw. bestimmt sein könnten, Art. 3a Abs. IV
- Ausrüstung zur Kommunikationsüberwachung Art. 3c i.V.m. Anhang IIII
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 4a i.V.m. Anhang IV
- Erfüllungsverbot
- Art. 4h
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden Art. 4e
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Myanmar prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu Myanmar stehen derzeit 286 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei einem Länderrisiko der Klasse „hoch“ lohnt sich der Blick auf die Eigentümerstruktur von Geschäftspartnern besonders.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: Schwarze Liste
Die FATF führt Myanmar auf ihrer Schwarzen Liste („High-Risk Jurisdictions subject to a Call for Action“) und fordert ihre Mitglieder zu Gegenmaßnahmen auf. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: ja
Die EU führt Myanmar auf der Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675). Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz müssen bei Bezug zu Myanmar verstärkte Sorgfaltspflichten nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 GwG erfüllen.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 16 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Myanmar 16 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zu Myanmar
Unsere PEP-Datenbank enthält 3.724 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Myanmar, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 301 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Die neuesten Einträge stehen maskiert und nur mit Funktionsbereich unter Listungen & Daten.
Was Unternehmen bei Bezug zu Myanmar tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Myanmar täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern - Güter und Endverwendung klären. Das Waffen- und Wirtschaftsembargo betrifft bestimmte Güter, Dienstleistungen und Zahlungen. Vor Lieferungen Güterlisten, Genehmigungspflichten und das Bereitstellungsverbot prüfen.
Das Bereitstellungsverbot - US-Listen einbeziehen. 216 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen - Verstärkte Sorgfaltspflichten. Für GwG-Verpflichtete gelten bei Bezug zu Myanmar verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 GwG). Dazu gehört die Prüfung auf politisch exponierte Personen.
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So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 68 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Myanmar
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Nordkorea 87 Iran 97 Demokratische Republik Kongo 70 Ukraine 65 Venezuela 71
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.