Nicaragua: Sanktionen und Länderrisiko
Für Nicaragua weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 30 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „mittel“, Rang 33 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 251 aktive Sanktionslisten-Einträge. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 21 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zu Nicaragua müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 33 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zu Nicaragua
Mit Bezug zu Nicaragua stehen 251 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 197 Personen und 54 Organisationen. 3 Sanktionsprogramme richten sich ausdrücklich gegen Nicaragua (NIC, NICARAGUA, NICARAGUA-NHRAA); die übrigen Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zu Terrorismus oder Proliferation. In den letzten 12 Monaten kamen 21 Einträge hinzu; die Maßnahmen wurden einmal durch eine Verordnung oder Verordnungsänderung angepasst. Unsere PEP-Datenbank enthält 2.545 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Nicaragua.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zu Nicaragua laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 189 PEP-Datensätze mit Bezug zu Nicaragua neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen
Sanktionsprogramme mit Bezug zu Nicaragua
Mit Bezug zu Nicaragua stehen 251 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 197 Personen und 54 Organisationen (EU 24, USA 86, HADDEX 141). 3 Programme richten sich ausdrücklich gegen Nicaragua, darunter NIC, NICARAGUA, NICARAGUA-NHRAA; die übrigen sind thematisch, etwa zu Terrorismus oder Proliferation, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zu Nicaragua
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
NICARAGUA Länderprogramm | Nicaragua, Executive Order 13851US-Sanktionsprogramm auf Grundlage der Executive Order 13851, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die zur Lage in Nicaragua beitragen, etwa durch Menschenrechtsverletzungen, die Untergrabung demokratischer Institutionen oder Korruption. | USA | 80 | 19 |
NIC Länderprogramm | EU-NicaraguaRestriktive Maßnahmen des Rates der EU gegen Personen und Organisationen, die für schwere Menschenrechtsverletzungen, die Unterdrückung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Opposition oder die Untergrabung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Nicaragua verantwortlich sind. | EU | 24 | 0 |
NICARAGUA-NHRAA Länderprogramm | Nicaragua Human Rights and Anticorruption Act of 2018US-Gesetz von 2018 (Nicaragua Human Rights and Anticorruption Act). Es ermöglicht Sanktionen gegen Personen, die mit Menschenrechtsverletzungen, Korruption oder der Untergrabung der Demokratie in Nicaragua in Verbindung stehen. Die Umsetzung erfolgt unter anderem durch OFAC. | USA | 8 | 0 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 17 | 0 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 14 | 2 |
GLOMAG | Global Magnitsky Sanctions EO 13818 | USA | 3 | 0 |
ENT | US-Entity List | USA | 1 | 0 |
SDNTK | Specially Designated Narcotics Traffickers (Kingpin Act) | USA | 1 | 0 |
TCO | Transnational Criminal Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 590; Executive Order 13581 | USA | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zu Nicaragua
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | D***** E****** O***** M****** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | M****** F****** O***** M****** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | A***** V******* M**** B******* |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | L***** M**** T****** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Organisation | S**** R*** M***** C****** S*** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Organisation | T***** M**** S*** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Organisation | N******** X***** L**** M****** G**** S*** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Organisation | G**** M***** X**** S*** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Organisation | B****** M**** S*** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Organisation | Z**** F* D********** S*** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | N***** F******** S********* |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | S******* H***** B******* T**** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | F**** B*** |
| 16.04.2026 | USSDN - NICARAGUA | Organisation | E********** D* M****** S******* A****** |
| 26.02.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | C**** M******** R**** O**** |
| 26.02.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | D**** M******* R**** |
| 26.02.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | L***** J*** G******** L**** |
| 26.02.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | A*** M***** S**** U**** |
| 26.02.2026 | USSDN - NICARAGUA | Person | J***** V****** F***** J****** |
| 16.01.2026 | UKHMT | Person | S****** Z****** R**** |
| 16.01.2026 | UKHMT | Person | Y****** H******** C****** |
| 21.10.2025 | CHSECO - NICARAGUA | Person | J*** A****** V**** V**** |
| 21.10.2025 | CHSECO - NICARAGUA | Person | R****** M**** M****** Z******* |
| 23.10.2024 | CHSECO - NICARAGUA | Organisation | C****** S****** E******** |
| 23.10.2024 | CHSECO - NICARAGUA | Person | A*** L** R**** V****** |
Verordnungen der letzten 12 Monate
| Programm | Rechtsakt | Geändert | Veröffentlicht |
|---|---|---|---|
NIC | (EU) 2026/2271 | Anhang I | 13.10.2026 |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 23 Einträge mit Bezug zu Nicaragua neu auf die Listen, davon 21 in den letzten 12 Monaten. Zu Programmen, die sich ausdrücklich gegen Nicaragua richten, gab es in den letzten 12 Monaten 1 Verordnung bzw. Verordnungsänderung.
Embargo: Was für Nicaragua gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für Nicaragua kein Waffen- oder Wirtschaftsembargo, sondern nur personenbezogene Finanzsanktionen: Gelder der gelisteten Personen und Organisationen sind einzufrieren, und ihnen dürfen weder Gelder noch wirtschaftliche Ressourcen bereitgestellt werden. Weil diese Maßnahmen an gelistete Personen anknüpfen, ist die Prüfung der Geschäftspartner gegen die Sanktionslisten hier das entscheidende Werkzeug.
| Maßnahme | Verordnung (EU) 2019/1716zuletzt geändert: Verordnung (EU) 2025/1974 |
|---|---|
| Waffenembargo | gilt nicht |
| Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung | gilt nicht |
| Güter der internen Repression | gilt nicht |
| Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen | gilt nicht |
| Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen | gilt nicht |
| Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen | gilt nicht |
| Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) | gilt |
| Erfüllungsverbot | gilt |
| Sonstiges | gilt |
Fundstellen: Verordnung (EU) 2019/1716
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 2 i.V.m. Anhang I
- Erfüllungsverbot
- Art. 11
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden Art. 8
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zu Nicaragua prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zu Nicaragua stehen derzeit 54 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: nicht gelistet
Die FATF führt Nicaragua derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: nein
Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt Nicaragua nicht.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 14 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht Nicaragua 14 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zu Nicaragua
Unsere PEP-Datenbank enthält 2.545 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zu Nicaragua, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 189 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
Was Unternehmen bei Bezug zu Nicaragua tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zu Nicaragua täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern - US-Listen einbeziehen. 86 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen
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So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 30 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zu Nicaragua
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Somalia 30 Türkei 30 Pakistan 29 Mali 28 USA 28
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.