Türkei: Sanktionen und Länderrisiko
Für die Türkei weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 30 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „mittel“, Rang 33 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 1.243 aktive Sanktionslisten-Einträge. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 113 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zur Türkei müssen deshalb laufend geprüft werden.
Rang 33 von 250 Ländern · Stand 27.10.2026
Sanktionslage mit Bezug zur Türkei
Für die Türkei besteht kein umfassendes Länderembargo: Nach der BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) gelten nur personenbezogene Finanzsanktionen nach der Verordnung (EU) 2019/1890, die sich gegen Verantwortliche oder Beteiligte an den nicht genehmigten Bohrtätigkeiten der Türkei im östlichen Mittelmeer richtet. Für gelistete Personen und Organisationen sieht das Regime das Einfrieren von Geldern, ein Bereitstellungsverbot, Einreisebeschränkungen sowie ein Erfüllungsverbot vor. Der Rat der EU hat die Maßnahmen im November 2025 bis zum 30. November 2026 verlängert und dabei mit leerer Liste fortgeführt, sodass eine erneute Überprüfung ansteht. Die Türkei ist bei der FATF nicht gelistet, gilt nicht als Drittland mit hohem Risiko im Sinne der EU und hat bei easycompliance die Risikoklasse 3. Für Unternehmen bedeutet dies, dass der Handel mit türkischen Partnern keinem länderbezogenen Embargo unterliegt, Geschäftspartner und wirtschaftlich Berechtigte aber weiterhin gegen die Sanktionslisten zu prüfen und Änderungen nach der Überprüfung zu beobachten sind.
Mit Bezug zur Türkei stehen 1.243 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 462 Personen und 781 Organisationen. Kein Sanktionsprogramm richtet sich ausdrücklich gegen die Türkei; die Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zur Terrorismusbekämpfung, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. In den letzten 12 Monaten kamen 113 Einträge hinzu. Unsere PEP-Datenbank enthält 8.776 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zur Türkei.
Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · www.consilium.europa.eu · www.consilium.europa.eu.
Warum Geschäftspartner mit Bezug zur Türkei laufend geprüft werden müssen
Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.
- Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
- Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
- Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
- Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.
PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend
Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 455 PEP-Datensätze mit Bezug zur Türkei neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen
Sanktionsprogramme mit Bezug zur Türkei
Mit Bezug zur Türkei stehen 1.243 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 462 Personen und 781 Organisationen (EU 18, USA 535, HADDEX 690). Kein Programm richtet sich ausdrücklich gegen die Türkei; die Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zur Terrorismusbekämpfung. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.
Listungen und Daten im Detail
Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.
Alle Programme mit Bezug zur Türkei
| Code | Programm | Herausgeber | Einträge | Neu (12 M.) |
|---|---|---|---|---|
SDGT | Specially Designated Global Terrorist | USA | 188 | 31 |
RUSSIA-EO14024 | Blocking Property With Respect To Specified Harmful Foreign Activities of the Government of the Russian FederationDas Programm wurde von den USA erlassen und wird vom OFAC verwaltet. Es beruht auf der Executive Order 14024 vom 15. April 2021 und richtet sich gegen bestimmte schädliche ausländische Aktivitäten der Regierung der Russischen Föderation. | USA | 111 | 0 |
ENT | US-Entity List | USA | 88 | 0 |
IFSR | Iranian Financial Sanctions Regulations, 31 CFR part 561Die USA haben die Iranian Financial Sanctions Regulations (31 CFR part 561) erlassen. Sie richten sich gegen ausländische Finanzinstitute, die bestimmte Transaktionen oder Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit Iran erleichtern. | USA | 65 | 22 |
SEC | CH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs) | Schweiz | 44 | 9 |
NPWMD | Non-proliferation Sanctions Weapons of Mass DestructionUS-Sanktionsprogramm zur Nichtverbreitung, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die an der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und ihren Trägersystemen beteiligt sind oder diese unterstützen. | USA | 39 | 16 |
HMT | UK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury) | Vereinigtes Königreich | 33 | 9 |
RU2 | EU-Russische Föderation (Lage in der Ukraine destabilisierend) | EU | 29 | 8 |
IRAN-EO13846 | Reimposing Certain Sanctions With Respect to Iran (E.O.13846)Executive Order 13846, im August 2018 vom US-Präsidenten erlassen und von OFAC verwaltet. Nach dem Ausstieg der USA aus dem JCPOA setzt sie aufgehobene Iran-Sanktionen wieder in Kraft, darunter Sperr-, Korrespondenzkonten- und Menü-Sanktionen. | USA | 27 | 16 |
IRAN-EO13902 | Imposing Sanctions With Respect to Additional Sectors of IranExecutive Order 13902 der USA, die OFAC im Rahmen der Iran-Sanktionen verwaltet. Sie erlaubt Sanktionen in Bezug auf weitere Sektoren der iranischen Wirtschaft. | USA | 15 | 12 |
AUS | AU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade) | Australien | 14 | 1 |
SDNTK | Specially Designated Narcotics Traffickers (Kingpin Act) | USA | 14 | 0 |
NPS | US-Nonproliferation Sanctions (Listen siehe unten) | USA | 13 | 0 |
UNV | US-Unverified List | USA | 12 | 0 |
DPL | US-Denied Persons ListDie Denied Persons List wird vom Bureau of Industry and Security (BIS) im US-Handelsministerium geführt. Sie erfasst Personen und Unternehmen, denen die Exportberechtigung entzogen wurde. Geschäfte mit ihnen über Güter, die dem US-Exportrecht unterliegen, sind untersagt. | USA | 8 | 4 |
RUS | EU-Russische Föderation (Unabhängigkeit der Ukraine untergrabend) | EU | 7 | 5 |
TAL | EU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden) | EU | 7 | 0 |
UNS | UN-United Nations Security Council Consolidated List | Vereinte Nationen | 7 | 0 |
PAARSSR-EO13894 | Executive Order 13894, as amended by Executive Order 14142 and the Executive Order of June 30, 2025US-Sanktionsprogramm auf Grundlage der Executive Order 13894 mit ihren Änderungen, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die mit der Lage in Syrien in Verbindung stehen, unter anderem mit dem früheren Assad-Regime und der Destabilisierung der Region. | USA | 4 | 0 |
DPRK | North Korea Sanctions Regulations (E.O.13551)US-Sanktionen gegen Nordkorea nach den North Korea Sanctions Regulations auf Grundlage der Executive Order 13551, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich u. a. gegen Personen, die am Waffenhandel, am Handel mit Luxusgütern oder an illegalen Wirtschaftsaktivitäten Nordkoreas beteiligt sind. | USA | 3 | 0 |
FRA | FR-France Dispositif national de gel | Frankreich | 3 | 1 |
IRAN-HR | Iran Sanctions - Human Rights | USA | 3 | 0 |
IRN | EU-Iran | EU | 3 | 0 |
BELARUS-EO14038 | Executive Order 14038Die USA haben das Programm mit der Executive Order 14038 erlassen, die Verwaltung liegt beim OFAC. Es weitet die Sanktionen in Bezug auf Belarus aus und richtet sich gegen Personen und Organisationen, die die belarussische Regierung unterstützen oder in bestimmten Wirtschaftssektoren des Landes tätig sind. | USA | 2 | 0 |
GLOMAG | Global Magnitsky Sanctions EO 13818 | USA | 2 | 0 |
HRV | EU-Schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstößeDer Rat der EU hat diese globale Sanktionsregelung am 7. Dezember 2020 mit dem Beschluss (GASP) 2020/1999 geschaffen. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die weltweit für schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstöße verantwortlich sind. | EU | 2 | 0 |
CAATSA - RUSSIA | —Die USA haben das Programm auf Grundlage des Countering America's Adversaries Through Sanctions Act of 2017 erlassen, die Verwaltung liegt beim OFAC. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die mit bestimmten Aktivitäten der Russischen Föderation in Verbindung stehen. | — | 1 | 0 |
FTO | Foreign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597 | USA | 1 | 0 |
IRAN | Iran Sanctions; Iranian Transactions and Sanctions Regulations - ITSR (E.O.13599)Dies ist ein US-Sanktionsprogramm gegen Iran. Es beruht auf den vom OFAC verwalteten Iranian Transactions and Sanctions Regulations (ITSR) und auf der Executive Order 13599, die Vermögen der iranischen Regierung und iranischer Finanzinstitute sperrt. | USA | 1 | 0 |
IRAN-EO13871 | Imposing Sanctions With Respect to the Iron, Steel, Aluminum and Copper Sectors of IranExecutive Order 13871, im Mai 2019 vom US-Präsidenten erlassen und von OFAC verwaltet. Sie richtet sich gegen den Eisen-, Stahl-, Aluminium- und Kupfersektor Irans und soll der iranischen Regierung Einnahmen aus diesen Sektoren entziehen. | USA | 1 | 0 |
IRAN-EO13876 | Imposing Sanctions With Respect to Iran (E.O.13876)Executive Order 13876 der USA mit dem Titel „Imposing Sanctions with Respect to Iran“, die OFAC im Rahmen der Iran-Sanktionen verwaltet. Sie richtet sich gegen Iran. | USA | 1 | 0 |
LBY | EU-LibyenDie Europäische Union hat dieses Programm mit der Verordnung (EU) 2016/44 erlassen. Es sieht restriktive Maßnahmen angesichts der Lage in Libyen vor, darunter das Einfrieren von Geldern gelisteter Personen und Organisationen. | EU | 1 | 0 |
MET | JP-Japanese End User List METI (Ministry of Economy, Trade and Industry) | Japan | 1 | 1 |
PLS | PL-Lista osób i podmiotów objetych sankcjami | Polen | 1 | 0 |
RU5 | EU-Russische Föderation (destabilisierende Aktivitäten Russlands) | EU | 1 | 0 |
SYR | EU-Syrien | EU | 1 | 0 |
TCO | Transnational Criminal Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 590; Executive Order 13581 | USA | 1 | 0 |
VENEZUELA-EO13850 | Venezuela Executive Order 13850US-Sanktionsprogramm nach Executive Order 13850 vom 1. November 2018, verwaltet von OFAC. Es erlaubt die Sperrung des Vermögens von Personen, die in bestimmten Sektoren der venezolanischen Wirtschaft wie dem Goldsektor tätig sind oder an korrupten Transaktionen mit der Regierung beteiligt sind. | USA | 1 | 0 |
WRU | EU-WeißrusslandRestriktive Maßnahmen des Rates der Europäischen Union nach der Verordnung (EG) Nr. 765/2006 wegen der Lage in Belarus und der Beteiligung von Belarus an der russischen Aggression gegen die Ukraine. Sie umfassen unter anderem Handelsbeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten gelisteter Personen. | EU | 1 | 0 |
Neueste Listungen mit Bezug zur Türkei
| Datum | Liste / Programm | Typ | Name |
|---|---|---|---|
| 15.10.2026 | USSDN - IRAN-EO13902 | Person | S***** R******* R***** |
| 15.10.2026 | EG-VO Nr.2333/2026-A01 | Organisation | О** ‚***** Г**** |
| 15.10.2026 | EG-VO Nr.2333/2026-A01 | Organisation | B***** T****** İ***** E********* v* D** T****** L****** Ş****** (*** Ş*** |
| 08.10.2026 | UKHMT | Organisation | R****** M**** I************ T**** I** |
| 08.10.2026 | USSDN - IRAN-EO13846 | Person | S*** A**** N****** |
| 08.10.2026 | USSDN - IRAN-EO13846 | Organisation | N****** P********* U******* N****** S***** V* T****** L****** S****** |
| 08.10.2026 | USSDN - IRAN-EO13846 | Organisation | B** D** T****** L****** S****** |
| 08.10.2026 | USSDN - IRAN-EO13846 | Organisation | T**** P****** S***** V* T****** L****** S****** |
| 06.10.2026 | JPMET | Organisation | S**** T**** I******** A***** S****** |
| 01.10.2026 | USSDN - IRAN-EO13902 | Organisation | T*** T****** A*** P******** S***** V* T****** L****** S****** |
| 29.09.2026 | USSDN - NPWMD, IFSR | Organisation | C******* D******* T******** T****** A***** S****** |
| 11.09.2026 | UKHMT | Organisation | S* M***** E********* E********* I******* C********** T**** J**** S**** C****** |
| 10.09.2026 | USSDN - SDGT | Person | A*** A********* |
| 10.09.2026 | USSDN - IRAN-EO13902 | Person | M**** A** A**** N***** A*********** |
| 09.09.2026 | USSDN - NPWMD, IFSR | Organisation | R**** Y*** I***** E**** G*** V* T****** U******* T***** S***** D** T****** L****** S****** |
| 08.09.2026 | USSDN - SDGT, IFSR | Organisation | S** P****** H*** Y****** T*********** T****** L****** S****** |
| 08.09.2026 | USSDN - SDGT, IFSR | Organisation | M** C**** T************* T****** A** F****** T**** L****** C****** |
| 08.09.2026 | USSDN - SDGT, IFSR | Organisation | S* S***** L******* H******** A***** S****** |
| 04.09.2026 | USSDN - IRAN-EO13902 | Organisation | G***** G***** P****** Y******* A***** S****** |
| 04.09.2026 | USSDN - IRAN-EO13902 | Organisation | G***** G***** V***** K******* A***** S****** |
| 04.09.2026 | USSDN - IRAN-EO13902 | Organisation | G***** G***** Y****** B****** A***** S****** |
| 24.08.2026 | USSDN - IRAN-EO13846 | Organisation | O***** P********* U******* S***** V* T****** A***** S****** |
| 24.08.2026 | USSDN - IRAN-EO13846 | Person | M***** F***** |
| 24.08.2026 | USSDN - IRAN-EO13846 | Organisation | S******** P****** A****** S***** D** T****** L****** S****** |
| 24.08.2026 | USSDN - IRAN-EO13846 | Organisation | S******* K**** S***** V* T****** A***** S***** |
Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen
In den letzten 24 Monaten kamen 226 Einträge mit Bezug zur Türkei neu auf die Listen, davon 113 in den letzten 12 Monaten.
Embargo: Was für die Türkei gilt
Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für die Türkei kein Waffen- oder Wirtschaftsembargo, sondern nur personenbezogene Finanzsanktionen: Gelder der gelisteten Personen und Organisationen sind einzufrieren, und ihnen dürfen weder Gelder noch wirtschaftliche Ressourcen bereitgestellt werden. Weil diese Maßnahmen an gelistete Personen anknüpfen, ist die Prüfung der Geschäftspartner gegen die Sanktionslisten hier das entscheidende Werkzeug.
| Maßnahme | Verordnung (EU) 2019/1890Bohrtätigkeitenzuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2025/2396 |
|---|---|
| Waffenembargo | gilt nicht |
| Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung | gilt nicht |
| Güter der internen Repression | gilt nicht |
| Ausfuhr- und Lieferbeschränkungen | gilt nicht |
| Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungen | gilt nicht |
| Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfen | gilt nicht |
| Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) | gilt |
| Erfüllungsverbot | gilt |
| Sonstiges | gilt |
Fundstellen: Verordnung (EU) 2019/1890
- Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
- Art. 2 i.V.m Anhang I
- Erfüllungsverbot
- Art. 10
- Sonstiges
- Zusammenarbeit mit Behörden Art. 7
Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.
Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zur Türkei prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.
Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel
Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.
Mit Bezug zur Türkei stehen derzeit 781 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.
Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.
SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel
FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex
FATF-Einstufung: nicht gelistet
Die FATF führt die Türkei derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.
EU-Hochrisiko-Drittland: nein
Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt die Türkei nicht.
Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 31 von 100
Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht die Türkei 31 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.
PEP-Daten mit Bezug zur Türkei
Unsere PEP-Datenbank enthält 8.776 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zur Türkei, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 455 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.
Was Unternehmen bei Bezug zur Türkei tun sollten
- Geschäftspartner prüfen. Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende mit Bezug zur Türkei täglich gegen die EU-Sanktionslisten prüfen – Pflicht nach VO (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002.
Sanktionslistenprüfung · Tarife vergleichen - 50-%-Regel beachten. Auch nicht gelistete Unternehmen im Eigentum oder unter Kontrolle gelisteter Personen fallen unter das Bereitstellungsverbot. Eigentümerstrukturen deckt die Watchlist SCO ab.
Mittelbare Sanktionslistenprüfung · SCO-Angebot anfordern - US-Listen einbeziehen. 535 der Einträge stammen aus US-Listen. Bei US-Bezug (Waren, Dollar-Zahlungen, US-Gesellschaften) die OFAC- und BIS-Listen mitprüfen.
Welche Listen sind Pflicht? · easy plus anfragen
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So setzt sich der eLI-Score zusammen
Der Score von 30 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.
Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zur Türkei
Länder mit ähnlichem Risikoprofil
Nicaragua 30 Somalia 30 Pakistan 29 Mali 28 USA 28
Quellen
- Konsolidierte EU-Sanktionsliste (CFSP) – EU-Listeneinträge
- OFAC Sanctions Programs and Country Information – US-Programme
- HADDEX-Sanktionslisten von Reguvis – Gesamtliste und Verordnungs-Historie
- FATF Schwarze und Graue Liste – FATF-Einstufung
- Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675 – EU-Hochrisiko-Drittländer
- BAFA – Übersicht über die länderbezogenen Embargos – Embargo-Matrix (Stand 15.06.2026)
- Transparency International, CPI 2025 (CC BY 4.0) – Zusatzinfo, nicht im eLI-Score enthalten
Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.