Länderrisiko · Türkei

Türkei: Sanktionen und Länderrisiko

Für die Türkei weist der easycompliance Länderrisiko-Indikator (eLI) 30 von 100 Punkten aus – Risikoklasse „mittel“, Rang 33 von 250 Ländern. Maßgeblich sind 1.243 aktive Sanktionslisten-Einträge. Allein in den letzten 12 Monaten kamen 113 Listungen hinzu – Geschäftspartner mit Bezug zur Türkei müssen deshalb laufend geprüft werden.

Tobias Siemssen, LL.M. CEO, Siemssen Consulting GmbH Ich bin Jurist, Steuerberater, Systementwickler, Unternehmer und Investor. Ich habe easycompliance entwickelt und verbinde juristische Expertise praxisnah mit über 15 Jahren Compliance-Erfahrung, neuester Technologie und internationalem Blick. LinkedIn XING E-Mail Telefon KI-Transparenz So entstehen unsere Länderseiten Die Länderinformationen werden mit Hilfe von KI aggregiert – aus den Sanktions- und PEP-Daten von easycompliance sowie aus öffentlichen und privaten Quellen wie EUR-Lex, BAFA, FATF und Reguvis. Rechtsangaben in KI-Texten werden automatisch mit diesen Quellen abgeglichen; die Redaktion kann jeden Text korrigieren. Wie wir KI nutzen Zuletzt aktualisiert:

Sanktionslage mit Bezug zur Türkei

Für die Türkei besteht kein umfassendes Länderembargo: Nach der BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) gelten nur personenbezogene Finanzsanktionen nach der Verordnung (EU) 2019/1890, die sich gegen Verantwortliche oder Beteiligte an den nicht genehmigten Bohrtätigkeiten der Türkei im östlichen Mittelmeer richtet. Für gelistete Personen und Organisationen sieht das Regime das Einfrieren von Geldern, ein Bereitstellungsverbot, Einreisebeschränkungen sowie ein Erfüllungsverbot vor. Der Rat der EU hat die Maßnahmen im November 2025 bis zum 30. November 2026 verlängert und dabei mit leerer Liste fortgeführt, sodass eine erneute Überprüfung ansteht. Die Türkei ist bei der FATF nicht gelistet, gilt nicht als Drittland mit hohem Risiko im Sinne der EU und hat bei easycompliance die Risikoklasse 3. Für Unternehmen bedeutet dies, dass der Handel mit türkischen Partnern keinem länderbezogenen Embargo unterliegt, Geschäftspartner und wirtschaftlich Berechtigte aber weiterhin gegen die Sanktionslisten zu prüfen und Änderungen nach der Überprüfung zu beobachten sind.

Mit Bezug zur Türkei stehen 1.243 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 462 Personen und 781 Organisationen. Kein Sanktionsprogramm richtet sich ausdrücklich gegen die Türkei; die Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zur Terrorismusbekämpfung, und erfassen Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land. In den letzten 12 Monaten kamen 113 Einträge hinzu. Unsere PEP-Datenbank enthält 8.776 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zur Türkei.

Lagebild mit Hilfe von KI erstellt aus den Listendaten und amtlichen Quellen, Stand 27.10.2026. Quellen: eur-lex.europa.eu · www.consilium.europa.eu · www.consilium.europa.eu.

Warum Geschäftspartner mit Bezug zur Türkei laufend geprüft werden müssen

113neue Listungen mit Bezug zur Türkei in 12 Monaten
2neue Listungen pro Woche im Schnitt
455PEP-Datensätze neu oder mit geändertem Namen in 90 Tagen

Eine Prüfung beim Vertragsabschluss genügt nicht. Die Sanktionslisten ändern sich laufend, und jede Änderung kann einen Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden betreffen, der gestern noch unauffällig war.

  • Listungen wirken sofort. EU-Sanktionsverordnungen gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Neue Listungen treten in der Regel am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft – ohne Übergangsfrist und auch für laufende Geschäftsbeziehungen.
  • Ab dann gilt das Bereitstellungsverbot. Gelisteten Personen und Organisationen dürfen weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – keine Zahlung, keine Lieferung, auch nicht aus einem bestehenden Vertrag.
  • Verstöße sind strafbar. Wer gegen das Bereitstellungsverbot verstößt, macht sich nach § 18 AWG strafbar; in besonders schweren Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren.
  • Auch Einstufungen ändern sich. Die FATF aktualisiert ihre Listen dreimal im Jahr (Februar, Juni, Oktober), die EU passt ihre Hochrisikoliste per Delegierter Verordnung an.

PEP-Prüfung: Ämter wechseln laufend

Für Verpflichtete nach § 2 GwG gehört die Abklärung, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte politisch exponierte Personen sind, zu den allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG) – ebenso die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status entsteht und endet durch Wahlen, Ernennungen und Rücktritte: In den letzten 90 Tagen kamen 455 PEP-Datensätze mit Bezug zur Türkei neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.

So geht es automatisch: easycompliance prüft Ihren gesamten Datenbestand täglich gegen die aktuellen Sanktions- und PEP-Listen und meldet Treffer per E-Mail. Sanktionslistenprüfung · PEP-Prüfung · Kostenlos testen

Sanktionsprogramme mit Bezug zur Türkei

Mit Bezug zur Türkei stehen 1.243 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 462 Personen und 781 Organisationen (EU 18, USA 535, HADDEX 690). Kein Programm richtet sich ausdrücklich gegen die Türkei; die Einträge stammen aus thematischen Programmen, etwa zur Terrorismusbekämpfung. Die vollständige Tabelle steht unter Listungen & Daten.

Listungen und Daten im Detail

Die Tabellen sind durchsuchbar und sortierbar. Namen sind wie auf unserer Übersicht aller Sanktionslisten maskiert; den vollständigen Abgleich übernimmt die Sanktionslistenprüfung bzw. die PEP-Prüfung.

Alle Programme mit Bezug zur Türkei

CodeProgrammHerausgeberEinträgeNeu
(12 M.)
SDGTSpecially Designated Global TerroristUSA18831
RUSSIA-EO14024Blocking Property With Respect To Specified Harmful Foreign Activities of the Government of the Russian FederationDas Programm wurde von den USA erlassen und wird vom OFAC verwaltet. Es beruht auf der Executive Order 14024 vom 15. April 2021 und richtet sich gegen bestimmte schädliche ausländische Aktivitäten der Regierung der Russischen Föderation.USA1110
ENTUS-Entity ListUSA880
IFSRIranian Financial Sanctions Regulations, 31 CFR part 561Die USA haben die Iranian Financial Sanctions Regulations (31 CFR part 561) erlassen. Sie richten sich gegen ausländische Finanzinstitute, die bestimmte Transaktionen oder Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit Iran erleichtern.USA6522
SECCH-Swiss SECO (State Secretariat for Economic Affairs)Schweiz449
NPWMDNon-proliferation Sanctions Weapons of Mass DestructionUS-Sanktionsprogramm zur Nichtverbreitung, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die an der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und ihren Trägersystemen beteiligt sind oder diese unterstützen.USA3916
HMTUK-United Kingdom HMT (Her Majesty's Treasury)Vereinigtes Königreich339
RU2EU-Russische Föderation (Lage in der Ukraine destabilisierend)EU298
IRAN-EO13846Reimposing Certain Sanctions With Respect to Iran (E.O.13846)Executive Order 13846, im August 2018 vom US-Präsidenten erlassen und von OFAC verwaltet. Nach dem Ausstieg der USA aus dem JCPOA setzt sie aufgehobene Iran-Sanktionen wieder in Kraft, darunter Sperr-, Korrespondenzkonten- und Menü-Sanktionen.USA2716
IRAN-EO13902Imposing Sanctions With Respect to Additional Sectors of IranExecutive Order 13902 der USA, die OFAC im Rahmen der Iran-Sanktionen verwaltet. Sie erlaubt Sanktionen in Bezug auf weitere Sektoren der iranischen Wirtschaft.USA1512
AUSAU-Australia DFAT (Department of Foreign Affairs and Trade)Australien141
SDNTKSpecially Designated Narcotics Traffickers (Kingpin Act)USA140
NPSUS-Nonproliferation Sanctions (Listen siehe unten)USA130
UNVUS-Unverified ListUSA120
DPLUS-Denied Persons ListDie Denied Persons List wird vom Bureau of Industry and Security (BIS) im US-Handelsministerium geführt. Sie erfasst Personen und Unternehmen, denen die Exportberechtigung entzogen wurde. Geschäfte mit ihnen über Güter, die dem US-Exportrecht unterliegen, sind untersagt.USA84
RUSEU-Russische Föderation (Unabhängigkeit der Ukraine untergrabend)EU75
TALEU-ISIL (Da'esh) und Al-Qaida-Netzwerk (früher auch: Taliban/Osama bin Laden)EU70
UNSUN-United Nations Security Council Consolidated ListVereinte Nationen70
PAARSSR-EO13894Executive Order 13894, as amended by Executive Order 14142 and the Executive Order of June 30, 2025US-Sanktionsprogramm auf Grundlage der Executive Order 13894 mit ihren Änderungen, das vom US-Finanzministerium (OFAC) verwaltet wird. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die mit der Lage in Syrien in Verbindung stehen, unter anderem mit dem früheren Assad-Regime und der Destabilisierung der Region.USA40
DPRKNorth Korea Sanctions Regulations (E.O.13551)US-Sanktionen gegen Nordkorea nach den North Korea Sanctions Regulations auf Grundlage der Executive Order 13551, verwaltet vom US-Finanzministerium (OFAC). Sie richten sich u. a. gegen Personen, die am Waffenhandel, am Handel mit Luxusgütern oder an illegalen Wirtschaftsaktivitäten Nordkoreas beteiligt sind.USA30
FRAFR-France Dispositif national de gelFrankreich31
IRAN-HRIran Sanctions - Human RightsUSA30
IRNEU-IranEU30
BELARUS-EO14038Executive Order 14038Die USA haben das Programm mit der Executive Order 14038 erlassen, die Verwaltung liegt beim OFAC. Es weitet die Sanktionen in Bezug auf Belarus aus und richtet sich gegen Personen und Organisationen, die die belarussische Regierung unterstützen oder in bestimmten Wirtschaftssektoren des Landes tätig sind.USA20
GLOMAGGlobal Magnitsky Sanctions EO 13818USA20
HRVEU-Schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstößeDer Rat der EU hat diese globale Sanktionsregelung am 7. Dezember 2020 mit dem Beschluss (GASP) 2020/1999 geschaffen. Sie richtet sich gegen Personen, Organisationen und Einrichtungen, die weltweit für schwere Menschenrechtsverletzungen und -verstöße verantwortlich sind.EU20
CAATSA - RUSSIA—Die USA haben das Programm auf Grundlage des Countering America's Adversaries Through Sanctions Act of 2017 erlassen, die Verwaltung liegt beim OFAC. Es richtet sich gegen Personen und Organisationen, die mit bestimmten Aktivitäten der Russischen Föderation in Verbindung stehen.—10
FTOForeign Terrorist Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 597USA10
IRANIran Sanctions; Iranian Transactions and Sanctions Regulations - ITSR (E.O.13599)Dies ist ein US-Sanktionsprogramm gegen Iran. Es beruht auf den vom OFAC verwalteten Iranian Transactions and Sanctions Regulations (ITSR) und auf der Executive Order 13599, die Vermögen der iranischen Regierung und iranischer Finanzinstitute sperrt.USA10
IRAN-EO13871Imposing Sanctions With Respect to the Iron, Steel, Aluminum and Copper Sectors of IranExecutive Order 13871, im Mai 2019 vom US-Präsidenten erlassen und von OFAC verwaltet. Sie richtet sich gegen den Eisen-, Stahl-, Aluminium- und Kupfersektor Irans und soll der iranischen Regierung Einnahmen aus diesen Sektoren entziehen.USA10
IRAN-EO13876Imposing Sanctions With Respect to Iran (E.O.13876)Executive Order 13876 der USA mit dem Titel „Imposing Sanctions with Respect to Iran“, die OFAC im Rahmen der Iran-Sanktionen verwaltet. Sie richtet sich gegen Iran.USA10
LBYEU-LibyenDie Europäische Union hat dieses Programm mit der Verordnung (EU) 2016/44 erlassen. Es sieht restriktive Maßnahmen angesichts der Lage in Libyen vor, darunter das Einfrieren von Geldern gelisteter Personen und Organisationen.EU10
METJP-Japanese End User List METI (Ministry of Economy, Trade and Industry)Japan11
PLSPL-Lista osób i podmiotów objetych sankcjamiPolen10
RU5EU-Russische Föderation (destabilisierende Aktivitäten Russlands)EU10
SYREU-SyrienEU10
TCOTransnational Criminal Organizations Sanctions Regulations, 31 C.F.R. part 590; Executive Order 13581USA10
VENEZUELA-EO13850Venezuela Executive Order 13850US-Sanktionsprogramm nach Executive Order 13850 vom 1. November 2018, verwaltet von OFAC. Es erlaubt die Sperrung des Vermögens von Personen, die in bestimmten Sektoren der venezolanischen Wirtschaft wie dem Goldsektor tätig sind oder an korrupten Transaktionen mit der Regierung beteiligt sind.USA10
WRUEU-WeißrusslandRestriktive Maßnahmen des Rates der Europäischen Union nach der Verordnung (EG) Nr. 765/2006 wegen der Lage in Belarus und der Beteiligung von Belarus an der russischen Aggression gegen die Ukraine. Sie umfassen unter anderem Handelsbeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten gelisteter Personen.EU10

Neueste Listungen mit Bezug zur Türkei

DatumListe / ProgrammTypName
15.10.2026USSDN - IRAN-EO13902PersonS***** R******* R*****
15.10.2026EG-VO Nr.2333/2026-A01OrganisationО** ‚***** Г****
15.10.2026EG-VO Nr.2333/2026-A01OrganisationB***** T****** İ***** E********* v* D** T****** L****** Ş****** (*** Ş***
08.10.2026UKHMTOrganisationR****** M**** I************ T**** I**
08.10.2026USSDN - IRAN-EO13846PersonS*** A**** N******
08.10.2026USSDN - IRAN-EO13846OrganisationN****** P********* U******* N****** S***** V* T****** L****** S******
08.10.2026USSDN - IRAN-EO13846OrganisationB** D** T****** L****** S******
08.10.2026USSDN - IRAN-EO13846OrganisationT**** P****** S***** V* T****** L****** S******
06.10.2026JPMETOrganisationS**** T**** I******** A***** S******
01.10.2026USSDN - IRAN-EO13902OrganisationT*** T****** A*** P******** S***** V* T****** L****** S******
29.09.2026USSDN - NPWMD, IFSROrganisationC******* D******* T******** T****** A***** S******
11.09.2026UKHMTOrganisationS* M***** E********* E********* I******* C********** T**** J**** S**** C******
10.09.2026USSDN - SDGTPersonA*** A*********
10.09.2026USSDN - IRAN-EO13902PersonM**** A** A**** N***** A***********
09.09.2026USSDN - NPWMD, IFSROrganisationR**** Y*** I***** E**** G*** V* T****** U******* T***** S***** D** T****** L****** S******
08.09.2026USSDN - SDGT, IFSROrganisationS** P****** H*** Y****** T*********** T****** L****** S******
08.09.2026USSDN - SDGT, IFSROrganisationM** C**** T************* T****** A** F****** T**** L****** C******
08.09.2026USSDN - SDGT, IFSROrganisationS* S***** L******* H******** A***** S******
04.09.2026USSDN - IRAN-EO13902OrganisationG***** G***** P****** Y******* A***** S******
04.09.2026USSDN - IRAN-EO13902OrganisationG***** G***** V***** K******* A***** S******
04.09.2026USSDN - IRAN-EO13902OrganisationG***** G***** Y****** B****** A***** S******
24.08.2026USSDN - IRAN-EO13846OrganisationO***** P********* U******* S***** V* T****** A***** S******
24.08.2026USSDN - IRAN-EO13846PersonM***** F*****
24.08.2026USSDN - IRAN-EO13846OrganisationS******** P****** A****** S***** D** T****** L****** S******
24.08.2026USSDN - IRAN-EO13846OrganisationS******* K**** S***** V* T****** A***** S*****

Sanktionsdynamik: neue Listungen und Verordnungen

In den letzten 24 Monaten kamen 226 Einträge mit Bezug zur Türkei neu auf die Listen, davon 113 in den letzten 12 Monaten.

0102030Nov 2024: 17 neue ListungenDez 2024: 2 neue ListungenJan 2025: 8 neue ListungenJan 25Feb 2025: 2 neue ListungenMär 2025: 5 neue ListungenApr 2025: 4 neue ListungenApr 25Mai 2025: 9 neue ListungenJun 2025: 20 neue ListungenJul 2025: 16 neue ListungenJul 25Aug 2025: 9 neue ListungenSep 2025: 4 neue ListungenOkt 2025: 21 neue ListungenOkt 25Nov 2025: 8 neue ListungenDez 2025: 1 neue ListungJan 2026: 3 neue ListungenJan 26Feb 2026: 12 neue ListungenMär 2026: 3 neue ListungenApr 2026: 8 neue ListungenApr 26Mai 2026: 12 neue ListungenJun 2026: 8 neue ListungenJul 2026: 10 neue ListungenJul 26Aug 2026: 23 neue ListungenSep 2026: 11 neue ListungenOkt 2026: 10 neue ListungenOkt 26

Embargo: Was für die Türkei gilt

Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für die Türkei kein Waffen- oder Wirtschaftsembargo, sondern nur personenbezogene Finanzsanktionen: Gelder der gelisteten Personen und Organisationen sind einzufrieren, und ihnen dürfen weder Gelder noch wirtschaftliche Ressourcen bereitgestellt werden. Weil diese Maßnahmen an gelistete Personen anknüpfen, ist die Prüfung der Geschäftspartner gegen die Sanktionslisten hier das entscheidende Werkzeug.

Embargo-Matrix Türkei laut BAFA-Übersicht, Stand 15.06.2026
MaßnahmeVerordnung (EU) 2019/1890Bohrtätigkeitenzuletzt geändert: Durchführungsverordnung (EU) 2025/2396
Waffenembargogilt nicht
Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnunggilt nicht
Güter der internen Repressiongilt nicht
Ausfuhr- und Lieferbeschränkungengilt nicht
Einfuhr- und Beförderungsbeschränkungengilt nicht
Beschränkungen für Dienstleistungen, Vermittlung, technische Hilfe und Finanzhilfengilt nicht
Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote) gilt
Erfüllungsverbot gilt
Sonstiges gilt
Fundstellen: Verordnung (EU) 2019/1890
Finanzsanktionen (Einfriergebote, Bereitstellungsverbote)
  • Art. 2 i.V.m Anhang I
Erfüllungsverbot
  • Art. 10
Sonstiges
  • Zusammenarbeit mit Behörden Art. 7

Quelle: BAFA, Übersicht über die länderbezogenen Embargos, Stand 15.06.2026. Die Übersicht ist nach Angabe des BAFA unverbindlich und bildet weder Umgehungsverbote noch Ausnahmen oder Altverträge ab; maßgeblich sind die im Amtsblatt der EU veröffentlichten Rechtsakte. „Waffenembargoland nach der Dual-Use-Verordnung“: Genehmigungspflicht für nicht gelistete Dual-Use-Güter bei militärischer Endverwendung (Art. 4 Abs. 1 b) Verordnung (EU) 2021/821). Alle Länder mit Embargo: Übersicht der Embargoländer.

Vor Lieferungen, Einkäufen und Dienstleistungen mit Bezug zur Türkei prüfen Sie Güter, Genehmigungspflichten und Empfänger – die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Mittelbares Bereitstellungsverbot: die 50-%-Regel

781gelistete Organisationen mit Bezug zur Türkei
> 50 %Eigentum – Schwelle der EU
≥ 50 %OFAC 50 Percent Rule (USA)

Das Bereitstellungsverbot der EU-Sanktionsverordnungen schützt nicht nur vor Geschäften mit gelisteten Personen und Organisationen selbst. Gelder und wirtschaftliche Ressourcen dürfen ihnen auch nicht mittelbar zufließen – etwa über ein Unternehmen, das ihnen gehört oder das sie kontrollieren. Die EU stellt dabei auf ein Eigentum von mehr als 50 % ab, mehrere gelistete Anteilseigner werden zusammengerechnet; bei Kontrolle entscheidet der Einzelfall. In den USA gilt nach der OFAC 50 Percent Rule jedes Unternehmen als blockiert, das zu 50 % oder mehr von gelisteten Personen gehalten wird.

Mit Bezug zur Türkei stehen derzeit 781 Organisationen auf den Sanktionslisten. Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind häufig selbst nicht gelistet – eine reine Namensprüfung gegen die Sanktionslisten erkennt sie deshalb nicht. Bei Geschäftspartnern mit verschachtelten Beteiligungen lohnt sich trotzdem der Blick auf die Eigentümerstruktur.

Eigentums- und Kontrollbeziehungen zu sanktionierten Personen bildet die Watchlist Sanctions Control & Ownership (SCO) von Dow Jones ab, die easycompliance im Tarif easy Watchlist automatisiert prüft. Ob Sie SCO wirklich brauchen, hängt von Ihrem Geschäft ab – die Einordnung der Rechtslage und der Risiko-Check helfen bei der Entscheidung.

SCO-Watchlist anfragen Mehr zur 50-%-Regel

FATF, EU-Hochrisikoliste und Korruptionsindex

FATF-Einstufung: nicht gelistet

Die FATF führt die Türkei derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die Financial Action Task Force (FATF) aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober. Zuletzt gegen die Listen auf fatf-gafi.org geprüft: 27.10.2026.

EU-Hochrisiko-Drittland: nein

Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt die Türkei nicht.

Korruptionswahrnehmung (CPI 2025): 31 von 100

Im Corruption Perceptions Index 2025 von Transparency International erreicht die Türkei 31 von 100 Punkten (0 = sehr korrupt wahrgenommen, 100 = sehr integer). Der CPI ist eine Zusatzinfo und nicht im eLI-Score enthalten, weil er Wahrnehmung misst und keine Prüfpflicht auslöst.

PEP-Daten mit Bezug zur Türkei

Unsere PEP-Datenbank enthält 8.776 Datensätze politisch exponierter Personen mit Bezug zur Türkei, einschließlich Familienangehöriger und nahestehender Personen. In den letzten 90 Tagen kamen 455 Datensätze neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben.

Was Unternehmen bei Bezug zur Türkei tun sollten

Ihr Geschäft mit der Türkei

Welche Prüfung brauchen Sie wirklich?

Wir prüfen mit Ihnen, welche Sanktions-, PEP- und Watchlisten für Ihre Geschäftsbeziehungen mit Bezug zur Türkei gelten – und automatisieren die Prüfung, ohne Installation.

Beratung: 0471 981 999 81 · Kontakt aufnehmen · kostenlos testen

So setzt sich der eLI-Score zusammen

Der Score von 30 Punkten ist das gewichtete Mittel aus fünf Komponenten. Die vollständige Methodik steht auf der Übersichtsseite des eLI.

Sanktionsintensität · 40 %
56 /100 · 22,3 P.
Sanktionsprogramme & Embargo · 15 %
0 /100 · 0,0 P.
Sanktionsdynamik (12 Monate) · 10 %
0 /100 · 0,0 P.
Amtliche Einstufungen (FATF / EU) · 25 %
0 /100 · 0,0 P.
PEP-Dichte · 10 %
73 /100 · 7,3 P.

Häufige Fragen zu Sanktionen mit Bezug zur Türkei

Gegen die Türkei richtet sich kein eigenes Sanktionsprogramm. Mit Bezug zur Türkei stehen 1.243 aktive Einträge auf den Sanktionslisten der EU, der USA und weiterer Staaten – 462 Personen und 781 Organisationen (Stand 27.10.2026): Personen und Organisationen mit Staatsangehörigkeit oder Sitz im Land, gelistet unter thematischen Programmen etwa zur Terrorismusbekämpfung oder Nichtverbreitung. Die Prüfpflicht aus den EU-Verordnungen (EG) Nr. 2580/2001 und Nr. 881/2002 gilt deshalb auch bei Geschäften mit der Türkei.

Weil sich die Listen laufend ändern: In den letzten 12 Monaten kamen 113 Einträge mit Bezug zur Türkei neu hinzu. Neue Listungen gelten in der Regel ab dem Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU – ohne Übergangsfrist und auch für bestehende Geschäftsbeziehungen. Wer einem inzwischen gelisteten Partner weiter Gelder oder Waren bereitstellt, verstößt gegen das Bereitstellungsverbot und macht sich nach § 18 AWG strafbar. Deshalb sollten Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende täglich gegen die aktuellen Listen geprüft werden.

Die FATF führt die Türkei derzeit weder auf der Schwarzen noch auf der Grauen Liste. Die FATF aktualisiert ihre Listen nach den Plenarsitzungen im Februar, Juni und Oktober; der eLI gleicht die Einstufung wöchentlich ab (zuletzt geprüft am 27.10.2026).

Nein. Die EU-Liste der Drittländer mit hohem Geldwäscherisiko (Delegierte Verordnung (EU) 2016/1675) führt die Türkei nicht. Es gelten die allgemeinen Sorgfaltspflichten nach § 10 GwG; die eigene Risikoanalyse nach § 5 GwG kann im Einzelfall dennoch ein erhöhtes Risiko ergeben.

Für Verpflichtete nach § 2 GwG ja: Sie müssen klären, ob Vertragspartner oder wirtschaftlich Berechtigte PEP sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 GwG), und die Geschäftsbeziehung kontinuierlich überwachen (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG). Der PEP-Status ändert sich laufend durch Wahlen und Ernennungen: In den letzten 90 Tagen kamen 455 PEP-Datensätze mit Bezug zur Türkei neu hinzu oder erhielten geänderte Namensangaben. Für Unternehmen, die nicht unter das Geldwäschegesetz fallen, besteht keine gesetzliche PEP-Prüfpflicht.

Nein, ein Länderembargo besteht nicht. Die BAFA-Übersicht der länderbezogenen Embargos (Stand 15.06.2026) führt für die Türkei nur personenbezogene Finanzsanktionen nach Verordnung (EU) 2019/1890: Gelder gelisteter Personen und Organisationen sind einzufrieren, und ihnen dürfen keine Gelder oder wirtschaftlichen Ressourcen bereitgestellt werden. Geschäftspartner mit Bezug zur Türkei müssen deshalb gegen die Sanktionslisten geprüft werden. Ob ein konkretes Geschäft betroffen ist, hängt von Gut, Empfänger und Verwendungszweck ab; die Sanktionslistenprüfung der Geschäftspartner ersetzt diese güterbezogene Prüfung nicht.

Ja, unter Umständen. Nach den EU-Sanktionsverordnungen dürfen gelisteten Personen Gelder und wirtschaftliche Ressourcen auch nicht mittelbar bereitgestellt werden. Ein nicht gelistetes Unternehmen ist betroffen, wenn gelistete Personen mehr als 50 % der Anteile halten oder es im Einzelfall kontrollieren; nach der OFAC 50 Percent Rule genügen in den USA 50 % oder mehr. Mit Bezug zur Türkei stehen derzeit 781 Organisationen auf den Sanktionslisten, deren Beteiligungen eine reine Namensprüfung nicht erkennt.

Länder mit ähnlichem Risikoprofil

Nicaragua 30 Somalia 30 Pakistan 29 Mali 28 USA 28

Quellen

Hinweis: Der eLI ist ein statistischer Orientierungswert auf Länderebene. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Einzelfallprüfung von Geschäftspartnern. Alle Angaben ohne Gewähr.

Geschäftspartner mit Bezug zur Türkei automatisch prüfen

easycompliance prüft Kunden, Lieferanten und Personal täglich gegen alle relevanten Sanktions- und PEP-Listen – inklusive der hier gezeigten Programme. Ohne Installation, Made in Germany.

Kostenlos testen
Produktdemo anschauen